Panorama

Einstieg durch manipulierte TürSparkassen- Einbrecher knackten tagsüber stundenlang Fächer auf

13.01.2026, 16:00 Uhr
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Die-Polizei-steht-bei-einer-Kundgebung-vor-der-Sparkasse-in-Gelsenkirchen-Buer-Nach-dem-Millionen-Coup-von-Gelsenkirchen-ruft-die-AfD-Opfer-auf-sich-zusammenzufinden-um-sich-zu-vernetzen
Die Sparkasse in Gelsenkirchen-Buer. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Spurensicherung nach dem Einbruch in die Gelsenkirchener Sparkasse ist eine Sisyphusarbeit. "Noch mehrere hunderttausend Gegenstände" befinden sich laut den Ermittlern im Raum. Weitere Details des Einbruchs kommen indes ans Licht.

Beim Millionen-Coup in der Sparkasse Gelsenkirchen sind die Täter nach Angaben der Ermittler offensichtlich durch eine manipulierte Fluchttür in das Gebäude gelangt. Die Tür könne von außen aus eigentlich nicht geöffnet werden, teilte die Polizei mit. Durch die Manipulation sei den Tätern aber "ein ungehinderter Zugang vom Parkhaus in das Sparkassengebäude möglich" gewesen. NRW-Innenminister Herbert Reul von der CDU hatte einen solchen Einstieg, der auf Insider hinweisen könnte, bereits angedeutet.

Die bislang unbekannten Kriminellen hatten schließlich ein großes Loch in die Wand zum Tresorraum gebohrt und dort rund 3100 Kundenschließfächer aufgebrochen. Der Aufbruch der Bankschließfächer habe bereits am 27. Dezember um 10.45 Uhr begonnen, teilten die Ermittler nun weiter mit. Die letzte digitale Aufzeichnung der Öffnung eines Schließfaches sei um 14.44 Uhr erfolgt. "In einer Zeitspanne von mindestens vier Stunden wurden demnach Schließfächer aufgebrochen, der Tresorraum verwüstet und durch die Mitnahme der Inhalte über 3000 Menschen massiv geschädigt", heißt es in der Mitteilung der Polizei Gelsenkirchen.

Ob alle 3100 Fächer in diesen vier Stunden geöffnet wurden oder ob die Technik anschließend schlicht keine Daten mehr erfasst habe, ließ eine Polizeisprecherin ausdrücklich offen. Entdeckt wurde der Einbruch jedenfalls erst zwei Tage später, am 29. Dezember, nachdem die Brandmeldeanlage der Sparkasse zum zweiten Mal ausgelöst hatte.

Hunderttausende Gegenstände im Tresorraum

Die Polizei bereitet die Kunden der betroffenen Sparkasse auf eine noch monatelange Spurensicherung vor. In dem betroffenen Tresorraum befänden sich nach derzeitigem Stand "noch mehrere hunderttausend Gegenstände", so die Ermittler. Kriminaltechniker aus ganz Nordrhein-Westfalen seien damit beschäftigt, diese auf Spuren zu untersuchen, zu katalogisieren, fotografisch zu sichern und dann sicher aufzubewahren.

Bei dem Einbruch Ende Dezember hatten die Täter mehrere Sicherheitssysteme überwunden und sich schließlich zielgerichtet mit einem 40 Zentimeter großen Loch direkt in den Tresorraum der Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen-Buer gebohrt. Dort räumten sie die Kundenschließfächer aus. Wie den Einbrechern dies gelang, ohne den Einbruchalarm der Bank auszulösen, ist eine zentrale Frage bei den Ermittlungen.

Geprüft werde unter anderem, ob die Alarmanlage ausgeschaltet oder kaputt war - oder ob es den Tätern gelungen sein könnte, sie zu überlisten, sagte Innenminister Reul nun bei einer Sondersitzung des NRW-Innenausschusses. "Da stellen sich eine Reihe von Fragen."

Die Polizei hat inzwischen 230 Beamte nur für die Ermittlungen in dem Fall abgestellt. Der Anspruch sei: "Das Ding klären wir auf", sagte Reul.

Quelle: ntv.de, mpe/AFP/dpa

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