Panorama

Schon jetzt Milliarden-SchädenErstes Todesopfer bei neuem Unwetter in Spanien und Portugal

07.02.2026, 19:35 Uhr
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Gerade erst sorgen schwere Regenfälle für Überschwemmungen in Spanien und Portugal, tausende Menschen werden evakuiert. Jetzt rückt mit "Marta" ein neues Unwettergebiet an. Schon in den ersten Stunden gibt es einen wetterbedingten Todesfall.

Nur wenige Tage nach heftigen Überschwemmungen infolge des Sturmtiefs "Leonardo" sind Spanien und Portugal erneut von Stürmen und sintflutartigen Regenfällen heimgesucht worden. In Portugal wurde ein erstes Todesopfer durch das neue Sturmtief "Marta" gemeldet: Ein Mitglied des Rettungsdienstes ertrank in einem Fluss in Campo Maior im zentralen Bezirk Portalegre, wie die Zivilschutzbehörde mitteilte. Portugiesischen Medien zufolge war der 46-jährige Rettungshelfer in Schwierigkeiten geraten, als er versuchte, ein überschwemmtes Gebiet zu durchqueren.

Behörden in beiden Ländern haben sich auf weitere starke Regenfälle und Winde durch "Marta" vorbereitet. In großen Teilen der südspanischen Region Andalusien sowie im Nordwesten Spaniens wurde die zweithöchste Warnstufe orange ausgerufen. Der spanische Wetterdienst Amet warnte vor heftigen Niederschlägen und starkem Wind.

In den vergangenen Tagen hatte bereits das Tiefdruckgebiet "Leonardo" in Teilen der Iberischen Halbinsel für anhaltende schwere Regenfälle gesorgt. Es werde allerdings erwartet, dass die Niederschläge durch "Marta" weniger "außergewöhnlich" ausfallen würden als während "Leonardo", teilte der spanische Wetterdienst mit. Die Regenfälle hatten in den vergangenen Tagen in Spanien zu starken Überflutungen und Erdrutschen geführt. Zwei Menschen kamen ums Leben, mehr als 10.000 Menschen wurden evakuiert.

Die Flüsse hätten angesichts der Wassermassen "ihre Kapazitätsgrenze erreicht", erklärte der Regionalpräsident von Andalusien, Juan Manuel Moreno, im Onlinedienst X. Viele Straßen blieben vorsichtshalber gesperrt, der Bahnverkehr wurde weitgehend eingestellt. Die Behörden forderten die Menschen auf, Reisen zu verschieben.

Besonders kritisch war die Lage am Fluss Guadalquivir, dessen Pegelhöchststand für das Wochenende erwartet wurde. In der Gebirgsregion Serranía de Ronda in der Provinz Málaga berichteten Bewohner zudem, dass der Boden seit Tagen bebt. Experten führten dies auf die Wassermassen zurück, sahen aber keine unmittelbare Gefahr.

Präsidentschaftswahlen mancherorts verschoben

Im Nachbarland Portugal warnte der Wetterdienst Ipma angesichts von "Marta" vor Wellen von bis zu 13 Metern Höhe und verhängte die Warnstufe orange für die gesamte Küste sowie für 18 Bezirke im Zentrum und Süden des Landes. Alle Flussgebiete stünden weiterhin unter "enormem Druck", insbesondere der Tejo in der Region der Hauptstadt Lissabon und der Sado weiter südlich, sagte ein Sprecher der Zivilschutzbehörde. Mehr als 26.500 Rettungskräfte waren im Einsatz, um die Folgen des Unwetters zu bewältigen.

Zuvor hatte "Leonardo" drei portugiesische Gemeinden veranlasst, ihre Abstimmungen bei der für Sonntag angesetzten Präsidentschaftswahl um eine Woche zu verschieben. Ein Mensch kam durch die Auswirkungen des Sturmtiefs in Portugal ums Leben, 1100 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

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Mehr als 26.500 Rettungskräfte waren in Portugal im Einsatz. (Foto: AFP/Patricia de Melo Moreira)

Die Wettervorhersage sei "äußerst besorgniserregend", erklärte der Leiter der portugiesischen Zivilschutzbehörde, Mario Silvestre, laut der Nachrichtenagentur Lusa. Die Behörde fürchtete, dass "Marta" Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometern pro Stunde mitbringen könnte.

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez warnte nach einem Flug über Südspanien vor "schwierigen Tagen" für die Region aufgrund der "sehr gefährlichen" Wettervorhersage. Der portugiesische Ministerpräsident Luis Montenegro erklärte seinerseits, dass bereits Schäden in Höhe von vier Milliarden Euro entstanden seien.

Bauern melden Ernteausfälle in Millionenhöhe

Landwirte in beiden Ländern rechnen bereits mit massiven Ernteausfällen. Die Schäden beliefen sich auf mehrere Millionen Euro, sagte der für Cadiz zuständige Vertreter des Dachverbandes der Bauernverbände in Spanien, Miguel Angel Perez. Er kündigte an, seine Organisation werde staatliche Hilfe beantragen. "Es regnet ohne Unterlass", sagte Perez. Felder mit Brokkoli, Karotten und Blumenkohl stünden unter Wasser. Tausende Hektar seien überflutet. "Wir erleben eine echte Naturkatastrophe."

Das portugiesische Landwirtschaftsministerium schätzte die Schäden in der Land- und Forstwirtschaft am Freitag auf rund 750 Millionen Euro. Und die Lage könnte sich mit "Marta" noch weiter verschlechtern.

Die Iberische Halbinsel hat besonders unter dem Klimawandel zu leiden: Seit Jahren stöhnen die Menschen dort unter extremen, immer längeren Hitzewellen, auch schon vor Beginn des Sommers. Im Herbst und Winter folgen dann immer häufiger Starkregen und Überschwemmungen. Auch das weiter südlich gelegene Marokko wurde in den vergangenen Tagen von heftigen Stürmen getroffen. 150.000 Menschen im Norden des Landes mussten in Sicherheit gebracht werden.

Quelle: ntv.de, mpa/rts/AFP

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