Panorama

Wertpapiere, Fonds, Sachanlagen Erzbistum Köln legt erstmals Milliarden offen

3nsb4945.jpg50427235150077986.jpg

Die Fassade des Doms in Köln.

(Foto: dpa)

Das Erzbistum Köln ist das mitgliederstärkste Bistum Deutschlands und eines der bedeutendsten weltweit. Auch finanziell läuft es offenbar blendend: Allein 2,4 Milliarden Euro hat es in Finanzanlagen investiert.

Das Erzbistum Köln hat erstmals umfassende Details zu seinen Finanzen veröffentlicht. Im Jahr 2013 habe das Vermögen rund 3,35 Milliarden Euro betragen, teilte die Diözese mit. Der größte Teil - rund 2,4 Milliarden Euro - war der Aufstellung zufolge in Finanzanlagen investiert, vor allem in Wertpapier- und Immobilienfonds. Sachanlagen, insbesondere Immobilien wie Schulen und Tagungshäuser, wurden mit 646 Millionen Euro bewertet. Hinzu kamen unter anderem Bankguthaben und Vorräte.

Nicht erfasst sind unverkäufliche Kunstschätze wie der Dreikönigsschrein im Kölner Dom. Auch der Dom selbst taucht nur mit einem symbolischen Wert von 25 Euro auf, weil er keine Erträge abwirft, sondern im Gegenteil jedes Jahr Millionen an Unterhalt kostet.

"Im Wesentlichen" sei das Eigenkapital in Rücklagen gebunden, um langfristige Verpflichtungen zu decken, erläuterte das Erzbistum. Das Milliardenvermögen sichere "die tägliche Arbeit in der Seelsorge und Caritas". Damit sei die Kirche nicht nur für die rund zwei Millionen Katholiken im Erzbistum da, "sondern sucht den Dienst an allen Menschen".

Der Finanzbericht für das Jahr 2013 ist der erste, bei dem das Erzbistum den Standards des Handelsgesetzbuchs für große Kapitalgesellschaften folgte. Den Angaben zufolge wurde die Aufstellung von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unter die Lupe genommen und "mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen". Mit der Vorlage dieser Bilanz "lösen wir unser Versprechen umfassender Transparenz der Finanzen ein", erklärte Generalvikar Stefan Heße.

"Wollen hier einen Standard setzen"

Seit dem Finanzskandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst legen immer mehr katholische Bistümer Rechenschaft über ihr Vermögen ab. Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Diözesen derzeit noch große Unterschiede. Finanzdirektor Hermann Josef Schon betonte: "Wir wollen hier einen Standard setzen."

Heße - der künftige Bischof von Hamburg - sagte, in Köln gewährleisteten viele Riegel, wie der von Experten besetzte Kirchensteuerrat, "dass so etwas wie in Limburg nicht geschieht". Das gesamte Geld komme den Menschen zugute. "Wir geben jeden Tag für kirchliche Arbeit zwei Millionen Euro aus", sagte Heße. Das Erzbistum Köln ist mit über zwei Millionen Katholiken das mitgliederstärkste Bistum Deutschlands und eines der bedeutendsten der katholischen Kirche überhaupt.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa