Panorama

Kampf gegen Corona-Pandemie Europäische Länder verschärfen Regeln

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Der Bahnhof im spanischen Valencia ist verwaist.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Im Zuge der Virus-Krise müssen die Europäer immer mehr Verbote und Einschränkungen ihrer Freiheiten hinnehmen. Auch die britische Regierung wählt inzwischen drastische Mittel, um einer weiteren Ausbreitung vorzubeugen. In Spanien machen Soldaten derweil schockierende Entdeckungen.

Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, haben mehrere europäische Länder ihre Einschränkungen des öffentlichen Lebens nochmals verschärft. In Großbritannien trat am Abend eine dreiwöchige Ausgangssperre in Kraft. In Frankreich wurden die bereits bestehenden Ausgehverbote ausgeweitet. In den Niederlanden wurde das Versammlungsverbot verlängert.

Großbritannien

Für die Briten gelte eine "sehr einfache Anweisung - Sie müssen zu Hause bleiben", sagte Premierminister Boris Johnson in einer Fernsehansprache. Die Ausgangssperre im Vereinigten Königreich soll mindestens drei Wochen gelten. Die Menschen dürfen nur noch zum Einkaufen, zum Arbeiten, zur ärztlichen Behandlung und für sportliche Aktivitäten außer Haus. Auch sind Versammlungen von mehr als zwei Menschen in Großbritannien vorerst verboten.

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Alle nicht unbedingt benötigten Geschäfte werden geschlossen. Johnson folgte mit diesen Maßnahmen den Schritten, die bereits in zahlreichen anderen Ländern in Europa und rund um den Globus getroffen wurden. Johnson war wegen seines lange zögerlichen Umgangs mit der Corona-Krise heftig kritisiert worden. Erst seit Montag sind die britischen Schulen geschlossen. Restaurants, Cafés, Bars, Clubs, Theater und Freizeiteinrichtungen sind seit Freitagabend nicht mehr geöffnet.

In Großbritannien sind inzwischen mehr als 300 Menschen an dem Virus gestorben. Insgesamt wurden im Vereinigten Königreich rund 6650 Menschen positiv auf den Erreger Sars-Cov-2 getestet.

Frankreich

In Frankreich kündigte Premierminister Édouard Philippe eine Ausweitung der Ausgangssperre an. Körperliche Betätigung im Freien wird ab sofort strikt eingeschränkt. Joggen oder Spazierengehen dürfen die Franzosen nur noch im Umkreis von einem Kilometer um ihren Wohnort und nur noch einmal täglich maximal eine Stunde lang. Die meisten Märkte müssen schließen.

Bereits vor rund einer Woche hatte Präsident Emmanuel Macron drastische Maßnahmen verhängt und das Land de facto abgeriegelt. Die Menschen dürfen nur noch für wichtige Erledigungen, wie zum Arbeiten, zum Einkaufen oder für Arztbesuche vor die Tür. Trotz der Ausgangssperre gab es vor allem aus Paris Bilder, auf denen sich Menschen auf Märkten drängten und sich Jogger durch die Menschenmenge schoben. In Frankreich wurden bislang mehr als 19.850 Corona-Ansteckungen verzeichnet, mindestens 860 Menschen starben dort an der Infektion.

Niederlande

In den Niederlanden verlängerte die Regierung das Versammlungsverbot bis 1. Juni. Anfang des Monats hatte die niederländische Regierung nur Versammlungen von mehr als 100 Menschen verboten, inzwischen sind sämtliche Versammlungen untersagt. Sollte das Verbot nicht eingehalten werden, werde eine Ausgangssperre verhängt, warnte Ministerpräsident Mark Rutte. Ursprünglich sollte das Versammlungsverbot am 6. April enden. In den niederländischen Läden und im öffentlichen Nahverkehr müssen nun außerdem Maßnahmen ergriffen werden, um einen Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Menschen zu gewährleisten.

Spanien

In Spanien bereitet unterdessen die Situation in den Altersheimen wachsende Sorgen. Soldaten fanden in Seniorenheimen völlig sich selbst überlassene Bewohner und in manchen Fällen sogar Leichen in den Betten, wie Verteidigungsministerin Margarita Robles berichtete. Die Generalstaatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein.

Die spanische Armee ist damit beauftragt, die Heime zu desinfizieren. In Altersheimen in Spanien sind bereits Dutzende Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Spanien ist nach Italien das am härtesten von der Pandemie getroffene europäische Land. Die Zahl der Infektionen liegt in Spanien bei mehr als 33.000, die Zahl der Todesopfer bei 2182.

Italien

In Italien gibt es inzwischen kleine Hoffnungsschimmer. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen ging dort zuletzt deutlich zurück, von 6557 am Samstag auf 4789 am Montag. Auch die Zahl der Verstorbenen sank. Am Samstag hatte es noch einen erschütternden weltweiten Rekord von 793 neu verzeichneten Coronavirus-Toten gegeben, am Montag waren es 601. Es gebe "Licht am Ende des Tunnels", sagte der oberste Gesundheitsbeamte der Region Lombardei, Giulio Gallera.

Quelle: ntv.de, Von Phil Hazlewood, AFP