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Zeugnisse online besorgtFalscher Schönheitsarzt in Konstanz zu Haftstrafe verurteilt

26.10.2026, 15:42 Uhr
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Der Angeklagte wurde wegen Urkundenfälschung, Missbrauchs von Berufsbezeichnungen, gefährlicher Körperverletzung und Betrugs verurteilt. (Foto: dpa)

Mit einer gefälschten Approbationsurkunde praktiziert ein Rettungssanitäter als Arzt in einer Konstanzer Schönheitspraxis. Dort setzt er Hunderte Spritzen. Der wegen eines ähnlichen Betrugs bereits vorbestrafte 28-Jährige muss nun für mehrere Jahre ins Gefängnis.

Das Landgericht Konstanz hat einen 28-Jährigen, der sich als Arzt ausgegeben und Hunderte Male Kunden in einer Schönheitspraxis behandelt hatte, zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass er mit gefälschten Zeugnissen und einer falschen Approbation eine Anstellung in der Konstanzer Schönheitspraxis erschlichen hatte. Verurteilt wurde er wegen Urkundenfälschung, Missbrauchs von Berufsbezeichnungen, gefährlicher Körperverletzung und Betrugs. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Zwischen Anfang März und Mitte April unterspritzte der gelernte Rettungssanitäter nach den Feststellungen des Gerichts 466 Mal Kundinnen und Kunden mit Botox und Hyaluron. Zwei der behandelten Patientinnen waren laut Anklage erst 17 Jahre alt. Behandlungsfehler konnten ihm aber von einem Gutachter nicht nachgewiesen werden.

Der Mann hatte die Vorwürfe zu Prozessbeginn vor rund einer Woche eingeräumt. Seine Zeugnisse und die Approbationsurkunde habe er bei einem chinesischen Online-Anbieter gekauft, sagte er. Er habe sich nach Anerkennung gesehnt und seinem Umfeld ein Medizinstudium vorgespielt.

Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und sechs Monate Haft gefordert. Die Verteidigung plädierte auf höchstens zweieinhalb Jahre Haft. Der Angeklagte entschuldigte sich in seinem Schlusswort bei den Betroffenen: "Es tut mir unendlich leid." Die letzten sechs Monate seien die härtesten seines Lebens gewesen.

Die Praxis gehört zu einer Kette der zwei bekannten Ärzte und Influencer "Dr. Rick und Dr. Nick". Auf Instagram und Tiktok hatten Henrik Heüveldop ("Dr. Rick") und Dominik Bettray ("Dr. Nick") in einem Video auf Instagram und TikTok vor Prozessbeginn erklärt, sie seien wie ihre Patienten von dem Mann getäuscht worden. Seit April sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft. Er war bereits in Braunschweig mit einem ähnlichen Betrug aufgefallen und zu einer Geldstrafe verurteilt worden. 

Quelle: ntv.de, lar/dpa

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