Panorama

Massentest in Dänemark Finnische Fans stecken sich in Russland an

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Viele der finnischen Fans sind wohl ungetestet nach Hause zurückgekehrt.

(Foto: dpa)

Tausende Menschen, die sich in Fußballstadien drängen - kann das in dieser Phase der Pandemie gut gehen? In Dänemark müssen sich nach dem Bekanntwerden von drei Infektionen 4000 Stadionbesucher testen lassen. Und zahlreiche finnische Fans haben das Virus offenbar aus Russland mitgebracht. In München scheint noch alles im grünen Bereich.

Dutzende finnische Fußballfans haben sich bei einem Europameisterschaftsspiel ihrer Nationalmannschaft in Sankt Petersburg mit dem Coronavirus angesteckt. Bei Tests, die an der russisch-finnischen Grenze vorgenommen wurden, sind 86 Ansteckungen festgestellt worden, wie die Behörden mitteilten. Medienberichten zufolge hatten die Grenzbehörden wegen des hohen Verkehrsaufkommens nach dem Fußballspiel aber viele Fahrzeuge durchgelassen, ohne zu testen.

"Es ist wichtig, dass jeder getestet wird. Dadurch werden mögliche Fälle identifiziert und die Ausbreitung der Krankheit verhindert", appellierte Ministerpräsidentin Sanna Marin. Die finnische Elf hatte am Montag im knapp 200 Kilometer von der finnisch-russischen Grenze entfernten Sankt Petersburg gegen Belgien gespielt. In Russland waren die Corona-Ansteckungen zuletzt stark gestiegen. Besonders in den Metropolen Moskau und Sankt Petersburg breitet sich die ansteckendere Delta-Variante rasch aus.

Auch in Dänemark müssen sich Tausende Zuschauer eines EM-Spiels testen lassen, nachdem bei den Fans drei Infektionen mit der Delta-Variante entdeckt wurden. Drei Fans hätten sich während des Spiels Dänemark gegen Belgien am Donnerstag vergangener Woche unabhängig voneinander im Stadion von Kopenhagen infiziert, teilten die dänischen Gesundheitsbehörden mit. Weil die drei Fälle unabhängig voneinander auftraten, müssen sich nun alle 4000 Zuschauer aus dem Stadion testen lassen. Nach Angaben der Behörden gibt es in Dänemark inzwischen 29 Infektionsfälle im Zusammenhang mit den drei EM-Spielen auf dänischem Boden.

In München weiß man von zwölf Fällen

In Deutschland hält sich das Infektionsgeschehen in Zusammenhang mit der Europameisterschaft in Grenzen. Bei den drei bisherigen Spielen in München sind dem Gesundheitsreferat insgesamt zwölf positive Schnelltests mit Bezug zur EM gemeldet worden. Bei "mehreren Tausend Testungen" seien sechs Personen positiv gewesen, die ins Stadion gehen wollten. Sechs weitere positiv getestete Fans waren aus anderen Gründen wegen der EM in der Stadt, etwa zum Public Viewing. Weil am Mittwoch viele ungarische Fans zur Partie gegen Deutschland nach München gekommen waren, hatte es Befürchtungen gegeben, die Zahl der positiven Tests könnte ansteigen. "Nein, ein solcher Ausschlag hat nicht stattgefunden", stellte ein Sprecher des Gesundheitsreferats fest.

Viele der Ungarn-Anhänger waren am Abend gemeinsam zum Stadion gefahren. Abstands- und Maskenregeln wurden dabei weitgehend ignoriert. Die an dem Platz eingerichtete Corona-Teststation war nicht von der Landeshauptstadt beauftragt, musste deswegen die Ergebnisse der Tests auch nicht weiterleiten. Dem Gesundheitsreferat wurden am Mittwoch zwei ungarische Anhänger mit positiven Schnelltests gemeldet - die beiden gehören zu den zwölf Fällen während der EM-Vorrunde in München.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa

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