Panorama

41 Tote an Moskauer Airport Flugschreiber des Unglücksjets geborgen

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An Bord der Aeroflot-Maschine befanden sich 78 Menschen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei der Notlandung an einem Moskauer Flughafen geht eine Maschine der Fluggesellschaft Aeroflot in Flammen auf. 41 Menschen können sich nicht mehr rechtzeitig aus dem brennenden Jet befreien. Nach und nach werden mehr Details zu dem Unglück bekannt.

Am Tag nach dem Flugzeugbrand in Moskau mit 41 Toten sollen die beiden Flugschreiber der verunglückten Maschine ausgewertet werden. Beide seien im Wrack entdeckt worden, hieß es aus Sicherheitskreisen der Agentur Interfax zufolge. Das russische Zwischenstaatliche Luftverkehrskomitee (MAK) kümmere sich um die Auswertung, die jedoch mehrere Tage dauern könne.

Flugschreiber enthalten unter anderem Aufzeichnungen der Flugdaten und der Cockpitgespräche, was für Ermittler sehr wichtig ist bei der Klärung der Unfallursache. Die sogenannten Blackboxes sind so robust gebaut, dass sie normalerweise auch ein Unglück überstehen sollten.

Die Maschine des Typs Suchoi Superjet-100, die von Moskau in die russische Stadt Murmansk im Norden des Landes fliegen sollte, musste am Sonntag circa 45 Minuten nach dem Start umkehren und am Flughafen Scheremetjewo notlanden. Dort ging der hintere Teil des Flugzeugs in Flammen auf. An Bord befanden sich 78 Menschen. Die nach Darstellung der Fluggesellschaft Aeroflot sehr erfahrenen Piloten konnten sich dem Vernehmen nach retten. Scheremetjewo gilt als der größte und sicherste Flughafen Russlands.

Ein Video zeigt, wie das in Russland hergestellte Flugzeug auf dem Rollfeld aufschlägt und danach in Flammen aufgeht. Insassen retteten sich über Notrutschen aus der brennenden Maschine, aus der dichte Rauchwolken aufstiegen. Lokale russische Medien berichteten, dass die Evakuierung verzögert wurde, weil einige Passagiere darauf bestanden haben sollen, ihr Handgepäck mit von Bord zu nehmen.

Voll befüllter Treibstofftank platzte

Wie der Flughafen Scheremetjewo mitteilte, waren 73 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder an Bord der Aeroflot-Maschine gewesen. Sie hatte den Airport um kurz nach 18 Uhr (Ortszeit, 17 Uhr MESZ) wie geplant in Richtung Murmansk verlassen. Nach dem Start habe die Besatzung ein Problem festgestellt und sich entschlossen, zum Flughafen zurückzukehren. Nach der Notlandung gegen 18.30 Uhr sei das Feuer ausgebrochen.

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Wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf eine nicht näher benannte Quelle berichtete, misslang der erste Versuch einer Notlandung. Beim zweiten Mal habe dann erst das Fahrwerk und dann die Spitze des Flugzeugs den Boden berührt. Dabei habe es Feuer gefangen. Als die Maschine aufprallte, platzte nach ersten Erkenntnissen der Ermittler auch der voll befüllte Treibstofftank. Blitzschnell breitete sich das Feuer aus. Der hintere Teil der Maschine stand komplett in Flammen. Dicke Rauchwolken stiegen in den Himmel.

Die Behörden gehen derzeit der Ursache für das Unglück nach. Sie ermittelten zunächst in verschiedene Richtung. Es sei noch zu früh, um Schlüsse zu ziehen, hieß es. Ministerpräsident Dmitri Medwedew verfügte die Einrichtung einer Sonderkommission zur Untersuchung des Vorfalls. Der Pilot der Maschine gab mindestens ein Signal, dass es technische Probleme gibt, wie Medien berichteten. Ersten Erkenntnissen zufolge brach auch der Funkkontakt ab. Zudem gab es Berichte, nach denen die Maschine von einem Blitz getroffen worden sei.

Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Die Untersuchungen sollten "so sorgfältig wie möglich" durchgeführt werden, hieß es in einer Erklärung des Kreml. Die Region Murmansk, aus der mutmaßlich viele der Opfer stammten, ordnete drei Trauertage an.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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