Panorama

Katastrophenalarm im Süden Flut und Brände plagen US-Staaten

Im Süden der USA fordern die Überschwemmungen immer mehr Opfer, in mehreren Gebieten wurden der Ausnahmezustand und Ausgangssperren ausgerufen. An der Westküste kämpft die Feuerwehr gegen Waldbrände. Tausende sind auf der Flucht.

Die Opferzahl in den Überschwemmungsgebieten im US-Bundesstaat Louisiana hat sich weiter erhöht. Elf Menschen seien inzwischen ums Leben gekommen, teilten die Behörden mit. 40.000 Häuser seien überflutet. Mehr als 20.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, 8000 wurden in Notunterkünften untergebracht. In Kalifornien trieb unterdessen ein Waldbrand mehr als 82.000 Menschen in die Flucht.

82862296.jpg

Ein Feuerwehrmann im Norden von Los Angeles. Das Feuer breitet sich mit großer Geschwindigkeit aus.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit Freitag stiegen in Louisiana im Süden der USA aufgrund von massiven Regenfällen die Wasserpegel, ganze Landstriche stehen inzwischen unter Wasser. Rettungskräfte waren im Dauereinsatz. 34.000 Menschen waren am Dienstag von der Stromversorgung abgeschnitten. Besonders schwer betroffen war die Gegend um Baton Rouge, die Hauptstadt von Louisiana.

In einigen Gebieten im Norden und Westen der Hochwasserzone fiel der Pegel langsam wieder. Dagegen wälzten sich die Wassermassen weiter nach Süden, dort wurden neue Hochwasserwarnungen ausgegeben. 20 Verwaltungsbezirke wurden inzwischen zu Katastrophengebieten erklärt, um die Freigabe von Finanzmitteln aus dem US-Bundeshaushalt zu ermöglichen. Nach mehreren Plünderungen in leerstehenden Häusern ordnete Gouverneur John Bel Edwards für alle Hochwassergebiete eine nächtliche Ausgangssperre an. Nach Angaben des Sheriffs von East Baton Rouge, Sid Gautreaux, wurden seit Montag in seinem Bezirk zehn mutmaßliche Plünderer gefasst.

Zusammenhalt in Zeiten der Krise

82803421.jpg

Szene aus Baton Rouge.

(Foto: picture alliance / dpa)

In vielen Orten aber herrschte nach Angaben der Behörden eine ungewöhnliche Hilfsbereitschaft. "Wir erleben gerade einen gewaltigen Gemeinschaftssinn", berichtete der Bürgermeister der Kleinstadt Walker, Rick Ramsey, dem Lokalsender WAFB. 70 Prozent der Einwohner seien von den Fluten betroffen, doch "alle helfen allen".

Im rund 2600 Kilometer entfernten Kalifornien trieb derweil ein neuer Waldbrand mehr als 82.000 Menschen in die Flucht. Das Feuer war am Dienstagmorgen rund hundert Kilometer östlich von Los Angeles ausgebrochen und hatte sich in rasender Geschwindigkeit durch die ausgedörrten Hügel des Bezirks San Bernardino gefressen. Bis zum späten Abend waren bereits 7200 Hektar Land zerstört.

Gouverneur Jerry Brown rief den Notstand für das Gebiet aus, um rasch die Unterstützung aller Behörden zu mobilisieren. Eine Sprecherin des kalifornischen Instituts Calfire sprach von einem "sehr gefährlichen Brand" - auch für die Feuerwehr, da er sich extrem schnell ausbreite. Die derzeit mehr als 1200 Feuerwehrleute im Einsatz sollten demnach so schnell wie möglich Verstärkung erhalten.

Auch im Norden und Zentrum Kaliforniens kämpft die Feuerwehr weiter gegen zwei große Brände, die seit Samstag wüten. Sie vernichteten nach Angaben der Behörden mehr als 4400 Hektar Land, fast 200 Häuser wurden zerstört. Bis Dienstag waren nur etwa 20 und 35 Prozent der Brände unter Kontrolle. Kalifornien leidet seit fünf Jahren unter einer Rekord-Dürre. Bäume und Büsche sind ausgedörrt und gehen beim kleinsten Funken in Flammen auf.

Quelle: ntv.de, apo/AFP