Panorama

Regional Starkregen möglich Flutgebiete wappnen sich für neue Unwetter

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Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks helfen beim Aufräumen im rheinland-pfälzischen Ahrweiler.

(Foto: picture alliance/dpa/THW)

Nach der Hochwasserkatastrophe in der vergangenen Woche gehen die Rettungs- und Aufräumarbeiten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz weiter. Die Situation ist vielerorts noch angespannt. Nun könnte es am Wochenende erneut heftig regnen.

Den Menschen im Westen Deutschlands drohen nach der Flutkatastrophe erneut Gewitter und Starkregen - wenn auch regional begrenzt. Helfer und Helferinnen wappnen sich für die möglichen Unwetter. Unterdessen sind die Rettungs- und Aufräummaßnahmen weiter in vollem Gange, auch wenn sie sich teils sehr schwierig gestalten.

In den betroffenen Regionen in Rheinland-Pfalz und NRW bereitet man sich nun auf die Situation am Wochenende vor. "Punktuell wird es ab etwa Samstagmittag beziehungsweise zum Nachmittag hin Starkregen geben. Das Szenario ist zwar nicht vergleichbar mit den immensen Regenmengen, die Tief 'Bernd' gebracht hat - sowohl in der Fläche als auch in der Intensität", sagt ntv-Metereologe Björn Alexander. "Dennoch können auch kleinräumige Gewitterzellen in der aktuellen Situation natürlich schlimme Folgen haben."

Vergangene Woche hatte ein Unwetter eine verheerende Flut in Rheinland-Pfalz und NRW ausgelöst. Bei der Hochwasserkatastrophe kamen mindestens 179 Menschen ums Leben. Einige Gegenden sind immer noch ohne Strom und Trinkwasser. Per Erlass des NRW-Innenministeriums werden die Leitstellen von Feuerwehr und Polizei jetzt nochmals besonders für die Wetterlage sensibilisiert, wie ein Ministeriumssprecher mitteilte. Die Behörden seien gebeten, die lokale Wetterentwicklung aufmerksam zu beobachten, um passgenau auf mögliche Gefahren reagieren zu können. Mit dem Deutschen Wetterdienst seien Telefonkonferenzen vereinbart.

Erhöhte Alarmbereitschaft

Die Feuerwehr der Stadt Hagen in NRW gab nach Angaben einer Stadtsprecherin erste Informationen über die Warn-App NINA an die Bevölkerung. Feuerwehr und Krisenstab seien in erhöhter Alarmbereitschaft. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz traf der Katastrophenschutz nach Angaben der Kreisverwaltung in Abstimmung mit den Feuerwehren Vorkehrungen, insbesondere wurden Sandsäcke vorbereitet. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, sich über "zuverlässige Quellen" in Radio, Fernsehen und Internet oder entsprechende Warn-Apps auf dem Laufenden zu halten.

Im Ahrtal bestehe den Vorhersagen nach "keine richtige Hochwassergefahr", sagte der Leiter des Krisenstabes, Thomas Linnertz. Es könne aber sein, dass wegen erwarteter lokal begrenzter Starkregenereignisse ab Samstagnachmittag in manchen Gebieten die Menschen aufgefordert werden müssten, ihre Häuser zu verlassen. Denn es gebe ein Problem mit dem Oberflächenwasser, das wegen zerstörter oder verstopfter Kanäle möglicherweise dann nicht abfließen könne. Es wurde eine weitere Notunterkunft vorbereitet. Der Transport mit Bussen ist vorgeplant. Die Versorgung der Bevölkerung hat sich nach Angaben des Krisenstabes unterdessen weiter stabilisiert.

Kirchenglocken läuten bundesweit

Als Zeichen der Solidarität und im Gedenken an die Opfer der Flutkatastrophe läuteten am Agabend bundesweit in vielen Kirchen die Glocken. Die evangelischen Landeskirchen haben gemeinsam mit katholischen Bistümern zum Geläut mit anschließender Andacht aufgerufen. Rund 500 Teilnehmer und Teilnehmerinnen gingen in Hamburg zu einer Solidaritätsdemonstration der Klimabewegung Fridays for Future auf die Straße, darunter auch Klima-Aktivistin Luisa Neubauer. Die Bewegung forderte mehr Entschlossenheit im Kampf gegen die Klimakrise ein und gedachte gleichzeitig der Opfer der Fluten. Zudem wurden Spenden für die Betroffenen des Hochwassers gesammelt.

Das Deutsche Psychotherapeuten-Netzwerk (DPNW) stellt 100 Therapieplätze für die Akutbehandlung von Betroffenen der Flutkatastrophe zur Verfügung. "Wir rechnen mit einer Welle traumatisierter Menschen", teilte der Vorsitzende Dieter Adler mit. "Diese wird kommen, wenn das Adrenalin gesunken ist und die Betroffenen sich der mittelbaren Schäden bewusst werden."

Die Deutsche Bahn zeigte sich zuversichtlich, dass bis Ende des Jahres die größten Schäden in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten behoben werden können und der Verkehr wieder weitgehend normal läuft. In manchen Regionen, vor allem in Rheinland-Pfalz, könnte es hingegen länger dauern. Die Bahn schätzt die Schäden an Strecken, Bahnhöfen und Fahrzeugen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen auf insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro. 600 Kilometer Gleise seien betroffen sowie 50 Brücken und Dutzende Stationen und Haltepunkte.

Quelle: ntv.de, sbl/dpa

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