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Als "Kämpfer" registriert Gericht schickt IS-Anhänger in Jugendhaft

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Der heute 21-jährige Hauptangeklagte wurde bei einem erneuten Ausreiseversuch festgenommen.

picture alliance / Rolf Vennenbe

Eine Reise nach Syrien, ein Schwur und eine angefangene Ausbildung zum Kämpfer des Islamischen Staates bringen zwei junge Männer vor Gericht. Einer von ihnen kommt wegen seiner "militant-dschihadistischen Einstellung" mehrere Jahre in Jugendhaft.

Wegen der Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat sind zwei Männer aus Nordrhein-Westfalen verurteilt worden. Der 21-jährige Hauptangeklagte aus Ennepetal erhielt in dem Prozess am Oberlandesgericht Düsseldorf eine Jugendhaftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Damit blieb der Vorsitzende Richter Lars Bachler vier Monate unter der Forderung der Generalstaatsanwaltschaft. Der 26-jährige Mitangeklagte aus Hagen bekam eine zweijährige Bewährungsstrafe. Er hatte sich beim Prozessauftakt vom IS distanziert. Die Anklage gründete im Wesentlichen auf seinen Aussagen.

Das Gericht war überzeugt, dass die beiden Männer im Juni 2014 über die Türkei nach Syrien ins IS-Gebiet reisten und sich dort als "Kämpfer" registrieren ließen. Sie hätten auch einen Schwur geleistet. Nach nur einer Woche in einem IS-Ausbildungslager fassten die Männer jedoch den Entschluss, nach Deutschland zurückzukehren. Unter dem Vorwand, sie wollten heiraten, bekamen die beiden laut Gericht vom IS die Erlaubnis zur Ausreise.

Das härtere Strafmaß für den in Untersuchungshaft sitzenden 21-Jährigen begründete der Vorsitzende Richter Lars Bachler damit, dass der Mann ein weiteres Mal von Deutschland nach Syrien reisen wollte und an seiner "militant-dschihadistischen Einstellung" festgehalten habe. Bei seinem Ausreiseversuch war er aber festgenommen worden.

Quelle: n-tv.de, mra/dpa

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