Panorama

Zwei Wochen der GewaltHaftstrafen nach Tod eines Streamers in Frankreich

05.08.2026, 21:23 Uhr
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Safine H. (r.), einer der Täter, auf dem Weg zur Urteilsverkündung mit seinem Anwalt. Die Obduktion schließt ein Fremdverschulden zwar aus, die Mit-Streamer des Toten sind dennoch nicht unschuldig. (Foto: IMAGO/MAXPPP)

Zwei Wochen wird er beleidigt, misshandelt und gewürgt - vor laufender Kamera. Dann stirbt der französische Streamer, der sich selbst Jean Pormanove nannte, während einer Live-Übertragung. Nun werden zwei Männer verurteilt.

Ein Gericht in Nizza hat zwei Männer wegen schwerer Körperverletzung sowie Anstiftung zu Hass, Gewalt im Internet und Diskriminierung verurteilt. Sie waren an dem Tod eines bekannten Streamers in Frankreich vor laufender Kamera beteiligt.

Einer der Täter erhielt zwei Jahre Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe von 10.000 Euro, der andere Mann wurde zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe von 5.000 Euro verurteilt. Außerdem wurden beide für sechs Monate von der Nutzung sozialer Netzwerke ausgeschlossen und ihre gesamte IT-Ausrüstung wurde eingezogen.

Todesursache kein Fremdverschulden

Der Tod des während seiner Übertragungen immer wieder misshandelten Streamers Jean Pormanove hatte Frankreich im Sommer vergangenen Jahres schockiert. Die nun verurteilten Männer im Alter von 24 und 27 Jahren hatten den Kanal betrieben, auf dem auf Pormanove wenige Stunden vor seinem Tod eingeschlagen wurde.

Später erlitt der 46-Jährige im Schlaf einen Erstickungsanfall und rührte sich nicht mehr. Eine Obduktion ergab aber, dass der Streamer nicht durch Misshandlung, sondern aus einem medizinischen Grund starb.

"Inszenierte" Gewalt

Der Streamer mit Hunderttausenden von Followern nutzte verschiedene soziale Plattformen für Gaming-Übertragungen, unterzog sich dort aber auch freiwillig immer wieder extremen Challenges. Am Ende ging dem Streamer die Gewalt aber wohl selbst zu weit. "Ich habe es satt, ich will weg", schrieb er laut dem Sender BFMTV an seine Mutter.

Wegen früherer Hinweise auf Misshandlungen hatte die Staatsanwaltschaft bereits vor dem Tod des Streamers die an den Live-Übertragungen Beteiligten befragt, die aber - wie auch Pormanove zu dem Zeitpunkt - von einer Inszenierung gesprochen hatten, mit der sie Geld verdienten.

Quelle: ntv.de, kaz/dpa

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