Panorama

Unter 300.000 Spritzen pro Tag Impftempo in Deutschland stagniert

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Zuletzt wurden laut RKI rund 268.000 Impfdosen pro Tag gespritzt.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Trotz dritter Welle und Dauer-Lockdown wird Deutschland beim Impfen nicht schneller. Im Gegenteil: Es werden derzeit weniger Dosen gespritzt als noch vor einer Woche. Bei Impfgeschwindigkeit und Taktik gibt es allerdings klare Unterschiede zwischen den Ländern.

Vor dem angekündigten Schub bei den Corona-Impfungen stagniert das Tempo der Impfkampagne in Deutschland derzeit weiter. Laut Robert Koch-Institut wurden zuletzt rund 268.000 Impfdosen an einem Tag verabreicht. Es handelt sich dabei um den Wert vom Dienstag - vier Tage nach dem Ende des knapp viertägigen Astrazeneca-Impfstopps. Am Dienstag vor dem Impfstopp waren es 248.000 Dosen, am Freitag vor dem Stopp 304.000 Dosen.

Auch eine knappe Woche nach dem Ende des Impfstopps für das Präparat von Astrazeneca ist noch nicht in allen Bundesländern das Onlinebuchen für Impftermine wieder freigeschaltet worden. Von Land zu Land ist es dabei unterschiedlich, wie viel von dem gelieferten Serum bisher tatsächlich verimpft wurde.

Eine Übersicht über gelieferte und gespritzte Impfdosen gibt das Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums. Dabei wird deutlich, dass die bevölkerungsreichsten Länder naturgemäß die meisten Impfdosen erhielten. Im Schnitt haben die Länder zwischen 70 und 80 Prozent ihres Kontingents bereits verimpft.

Unterschiede bei Risikogruppen besonders groß

So lieferte der Bund bis Dienstag laut den Angaben des Ressorts von Minister Jens Spahn mit 3,37 Millionen die meisten Dosen nach Nordrhein-Westfalen. 68,5 Prozent davon wurden bereits verimpft. Bayern erreichten 2,46 Millionen Dosen und verimpfte rund 87 Prozent. Baden-Württemberg bekam 2,08 Millionen Dosen, Niedersachsen 1,5 Millionen. Beide verimpften knapp mehr als 70 Prozent. Bremen, Saarland und Mecklenburg-Vorpommern bekamen am wenigstens vom Vakzin.

Mit erwarteten 70,5 bis 73,5 Millionen Corona-Impfdosen sollen im bevorstehenden zweiten Quartal deutlich mehr Menschen in Deutschland geimpft werden können, wie das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Homepage mitteilte. Im ersten Quartal waren es 19,8 Millionen Dosen.

Deutliche Unterschiede weisen die Länder auch bei den Impffortschritten bei jenen auf, die im Fall einer Covid-19-Erkrankung besonders hohen Risiken eines schweren oder tödlichen Verlaufs ausgesetzt sind: den Älteren und Vorerkrankten. So waren laut Robert Koch-Institut am Mittwoch im Saarland mehr als 73 Prozent der Über-80-Jährigen zumindest einmal geimpft - in Baden-Württemberg und in der NRW-Region Westfalen-Lippe dagegen erst jeweils rund 59 und in Mecklenburg-Vorpommern erst knapp 50 Prozent.

Auch Ostern wird geimpft

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Der Chef der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, hatte wiederholt gewarnt, dass die Gefährdetsten für schwere Covid-19-Verläufe benachteiligt würden. Den Grund sah Mertens darin, dass etwa Lehrkräfte, Erzieher oder Polizisten vorrangig geimpft würden, auch wenn sie jung und gesund seien. So ist beispielsweise in Baden-Württemberg schon seit Mitte Februar das pädagogische Personal in Schulen und Kindertagesstätten impfberechtigt.

Die Länder sind sich grundsätzlich einig, dass an Ostern trotz Feiertagen weitergeimpft wird. In der Woche nach Ostern sollen nach einem Bund-Länder-Beschluss von vergangener Woche auch die Hausärzte flächendeckend in die Corona-Impfkampagne einsteigen, allerdings zunächst nur mit knapp einer Million Dosen in der Woche, rund 20 Dosen für jede Praxis. Die Lieferungen sollen nach Ostern dann aber Schritt für Schritt deutlich ansteigen.

Quelle: ntv.de, spl/dpa

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