Schneechaos in EuropaIn den Niederlanden geht nichts mehr - Megastau auch um Paris

Nicht nur in Deutschland ist es kalt, verschneit und glatt. In den Niederlanden herrscht blankes Verkehrschaos: Die Bahn fährt vorerst überhaupt nicht, Hunderte Flüge fallen aus. In Paris stehen die Menschen in Megastaus. Und auch hier geht im ÖPNV nur noch wenig.
Der Zugverkehr in den Niederlanden ist durch Winterwetter und eine technische Störung fast völlig lahmgelegt. Bis 10 Uhr werde im ganzen Land kein Zug der niederländischen Bahn fahren, teilte diese mit. Zu zahlreichen Problemen an Weichen durch das heftige Winterwetter kam nach Angaben der Bahn am frühen Morgen noch eine Computer-Störung. Internationale Züge seien von der Störung vorläufig nicht betroffen. Auch können andere Verkehrsunternehmen lokal ihre Züge fahren lassen.
Das Winterwetter sorgt zudem auf den Straßen und am Amsterdamer Großflughafen Schiphol weiter für Probleme. Rund 350 Flüge seien bereits annulliert worden. Schnee und Eis beeinträchtigten damit den Flugverkehr an einem der wichtigsten europäischen Drehkreuze den fünften Tag in Folge. Erst am Montag waren an dem Flughafen rund 700 Flüge ausgefallen und der Fern- und Nahverkehr der Bahn teilweise zum Erliegen gekommen.
Auch in Frankreich hat der Winter das Geschehen weiter fest im Griff. Im Großraum Paris bildeten sich am späten Montagnachmittag Staus mit einer Gesamtlänge von mehr als 1000 Kilometern. Im Schnitt sind die Staus in der Region zu dieser Tageszeit insgesamt nur etwa 250 Kilometer lang. Im Verlauf des Abends nahm die Stau-Länge wieder ab.
Skifahrer erregt Aufsehen am Montmartre
In der Region rund um Paris mit ihren eher milden Wintern haben Autos meist keine Winterreifen. Für Autofahrerinnen und -fahrer in der Region gab es wegen der widrigen Wetterbedingungen ein strengeres Tempolimit: Sie durften nach einer Anordnung der Pariser Polizeipräfektur höchstens 80 Kilometer pro Stunde fahren.
Schneefall und Eis hatten auch den Nordwesten Frankreichs - die Normandie und Bretagne - fest im Griff. Auch dort kam es zu Verkehrsstörungen.
In Paris wurde zudem zwischenzeitlich der Busverkehr unterbrochen, wie die Verkehrsbetriebe RATP mitteilten. Auch auf den regionalen Bahnstrecken gab es demnach Störungen.
Die Wetterbedingungen hatten auch Auswirkungen auf den französischen Flugverkehr, da die Zahl der Flüge an den Flughäfen Charles de Gaulle und Orly bis in den Abend hinein um 15 Prozent reduziert werden musste, wie der französische Verkehrsminister Philippe Tabarot mitteilte. Grund dafür sei, dass die Start- und Landebahnen geräumt und die Flugzeuge enteist werden müssten.
Die Schneedecke in der französischen Hauptstadt sorgte aber nicht nur für Ärger, sondern auch für Vergnügen: An der berühmten Basilika Sacré-Cœur, die sich auf dem Montmartre-Hügel befindet, bestaunten Passanten einen Skifahrer, der den Hügel für eine Abfahrt inklusive Sprung nutzte.