Panorama

Staus, Flug- und ZugausfälleSchnee sorgt in vielen Regionen Europas für Chaos

05.01.2026, 21:43 Uhr
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Der Winterdienst hat wie hier in den Niederlanden alle Hände voll zu tun. (Foto: IMAGO/Content Curation/Nico Garstman)

In Deutschland sowie anderen europäischen Ländern schneit es so viel wie seit vielen Jahren nicht mehr. Vielerorts müssen Reisende ihre Pläne ändern. Selbst der Weg zur Arbeit gestaltet sich schwieriger. In einem Bundesland streikt nun auch noch der Winterdienst.

Starke Schneefälle haben in Teilen Europas Flug- und Zugausfälle, Staus und Schulschließungen verursacht. Am Amsterdamer Flughafen Schiphol, einem wichtigen internationalen Drehkreuz, musste im Tagesverlauf mehr als die Hälfte aller Flüge gestrichen werden. An den Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly mussten Fluggesellschaften 15 Prozent ihrer Flüge streichen. In Großbritannien kam es an mehreren Flughäfen zu Flugausfällen. Im Norden Deutschlands sollen die Menschen selbst Schnee schippen, aus zweierlei Gründen.

Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank von den Grünen rief die Bürger zum Schneeschippen auf. Es habe so viel geschneit wie seit 15 Jahren nicht mehr. "Aber so schön der Schnee auch ist - wir wollen alle sicher zur Arbeit, zur Schule oder zum Sport kommen. Deshalb heißt es jetzt anpacken", schrieb die Zweite Bürgermeisterin im Netzwerk Linkedin.

Die Stadtreinigung der Hansestadt sei mit mehr als 720 Mitarbeitern und rund 360 Fahrzeugen im Einsatz. Bei den Gehwegen seien aber alle gefordert. Insbesondere Grundstückseigentümer seien rechtlich dazu verpflichtet, für das Räumen der Gehwege vor den jeweiligen Gebäuden zu sorgen. Dazu postete die Senatorin ein Bild von sich mit einem Schneeschieber in der Hand.

In Schleswig-Holstein müssen sich die Menschen am Dienstag auf nicht geräumte Straßen einstellen. Wegen eines Streikaufrufs in den 22 Straßenmeistereien des Landes könne es zu einem teils stark eingeschränkten Winterdienst auf den Landes- und Bundesstraßen sowie auf Kreisstraßen kommen, kündigte der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr an.

Flugstreichungen in Hamburg, Amsterdam, Paris

Wegen des winterlichen Wetters in Europa wurden am Hamburger Flughafen einzelne Flüge gestrichen. Die Website des Flughafens listete bis zum Nachmittag sieben entfallene Abflüge und fünf entfallene Ankünfte auf. Betroffen waren Verbindungen zwischen der Hansestadt und Amsterdam, Mailand sowie Paris.

In den Niederlanden war die Lage hingegen extremer: Der Flughafen Schiphol in Amsterdam war von fast 700 Flugstreichungen betroffen - das sind mehr als die Hälfte der rund 1200 geplanten Starts und Landungen. Laut Medienberichten wurden in Utrecht mehrere Grundschulen geschlossen. Die nationale Wetterbehörde sagte für Dienstag Glatteis und für Mittwoch weitere starke Schneefälle voraus. In der Region war auch der Zugverkehr stark betroffen. Die niederländische Bahngesellschaft NS teilte mit, dass am Dienstag in einigen Teilen des Landes weniger Züge verkehren würden.

Die Streichungen an den Pariser Flughäfen waren dem französischen Verkehrsminister Philipp Tabarot zufolge nötig, um den Schnee von den Start- und Landebahnen zu räumen und die Maschinen zu enteisen. In einer weltweit an Piloten gerichteten Erklärung war von "heftigen meteorologischen Phänomenen" die Rede. Frankreichs größter Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle werde bis 20.00 Uhr betroffen sein, Paris-Orly bis 23.00 Uhr, hieß es am Nachmittag.

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Nur wenige Touristen sind im verschneiten Paris zu sehen. (Foto: IMAGO/ABACAPRESS/Blondet Eliot)

Schnee und Eis sorgten auch in der Normandie und der Bretagne im Westen Frankreichs sowie im Großraum Paris für Verkehrsstörungen - dort bildeten sich Staus mit einer Rekordlänge von insgesamt fast 1000 Kilometern. Die TGV-Hochgeschwindigkeitszüge mussten ihre Geschwindigkeit von 300 auf 200 Kilometer pro Stunde drosseln. In Paris wurde der Busverkehr eingestellt, wie der Verkehrsbetrieb RATP erklärte. Auch an einigen Tram-Linien sei der Betrieb ausgesetzt worden. In 26 Départments vom Nordwesten des Landes bis zur Île-de-France galt laut dem Wetterdienst Météo-France wegen Schnee und Glätte die Warnstufe Orange.

52 Zentimeter Schnee in Schottland

In Großbritannien waren Schottland, Nordirland und Teile Nordenglands von schweren Schneefällen betroffen. An vielen Flughäfen fielen Flüge aus, darunter in Aberdeen und Inverness in Schottland, in Belfast in Nordirland sowie in Liverpool und Manchester. Im nordwestenglischen Shap fielen nach Angaben des britischen Wetterdienstes die Temperaturen in der zurückliegenden Nacht auf Minus 10,9 Grad. In der kommenden Nacht sei in weiten Teilen des Landes erneut mit Temperaturen bis zu minus zwölf Grad zu rechnen, erklärte der Wetterdienst.

Im schottischen Tomintoul nahe Inverness fielen bis zu 52 Zentimeter Schnee. Für Dienstag gelten weiterhin Warnungen vor Schneefällen und Eis in den besonders stark betroffenen Teilen des Landes. Für alle englischen Regionen gilt bis Freitag eine Kaltwetter-Warnung. Infolge der Schneefälle blieben nach Behördenangaben in Nordirland 212 Schulen geschlossen. Auch in Schottland, Wales und Nordengland kam es zu Schulschließungen.

Überdies wirkten sich die Schneefälle auch auf den Bahnverkehr im Vereinigten Königreich aus. In Schottland setzten die Behörden Schneepflüge ein, um Gleise freizulegen. Die schottische Polizei rief Autofahrer dazu auf, geschlossene Straßen nicht zu befahren. Der britische Pannendienst AA meldete einen Anstieg der Einsätze um 40 Prozent.

Das Eurostar-Unternehmen, dessen Züge Großbritannien mit dem europäischen Festland verbinden, riet derweil Passagieren zwischen London und den Niederlanden, ihre Reise zu verschieben. Die Züge könnten aufgrund schlechter Wetterbedingungen in den Niederlanden nur bis Brüssel verkehren. Aufgrund der Wetterverhältnisse werde der Verkehr in den Niederlanden "heute eingestellt".

Quelle: ntv.de, mpa/dpa/AFP

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