Panorama

Omikron auf dem Vormarsch Italien und Frankreich melden Höchstwerte

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Passanten auf der Via del Corso in Rom: Die Gesundheitsbehörden schätzen, dass ein Drittel der Fälle in Italien bereits auf Omikron zurückgeht.

(Foto: picture alliance/dpa/LaPresse/AP)

Omikron erobert Europa: In Spanien und Portugal herrscht die hochansteckende Variante bereits vor, doch auch Italien und Frankreich melden inzwischen Höchstwerte. In Deutschland ist Delta noch dominant, doch B.1.1.529 ist längst in allen Bundesländern vertreten.

Spanien und Portugal gelten wegen Omikron ab sofort als Hochrisikogebiete, doch auch in anderen europäischen Ländern sorgt die hochansteckende Variante für Rekordansteckungszahlen. In Italien verzeichneten die Gesundheitsbehörden mit rund 44.600 Corona-Neuinfektionen einen neuen Höchstwert seit Pandemie-Beginn. Knapp 170 Menschen starben mit dem Virus, wie aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Zuletzt hatten die Behörden in Rom am 13. November 2020 mit knapp 41.000 den höchsten Wert bei den Neuinfektionen registriert.

Das Oberste Gesundheitsinstitut Italiens (ISS) schätzt laut einer vorläufigen Untersuchung, dass der Anteil der Omikron-Variante in Italien 28 Prozent aller Fälle ausmacht. Das ISS sprach von einem starken Anstieg. Die Variante dürfte einem Experten des Instituts zufolge bald am weitesten verbreitet sein.

Paris plant Krisensitzung

Auch Frankreich meldete 91.600 Infektionen einen neuen Rekordwert: Gesundheitsminister Olivier Veran sagte: "Die heutigen Zahlen sind nicht gut." Vermutlich werde es bald Änderungen an den Corona-Vorschriften geben. Die Regierung in Paris plant eine Krisensitzung gleich nach Weihnachten. Am Vortag hatte Regierungssprecher Gabriel Attal den Vormarsch von Omikron beziffert: Wahrscheinlich seien schon zehn Prozent der Fälle landesweit auf Omikron zurückzuführen, sagte Attal. In Paris seien es mindestens ein Drittel der Fälle, fügte er hinzu.

Die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante ließ in Großbritannien die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ebenfalls auf einen neuen Höchststand ansteigen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 119.789 neue Fälle gemeldet, wie die Behörden mitteilten. Das sind nochmals deutlich mehr als am Vortag, als erstmals die Schwelle von 100.000 Fällen binnen eines Tages überschritten wurde. In England und Schottland ist die hochansteckende Omikron-Variante bereits dominant. Insgesamt sind im Vereinigten Königreich aktuell knapp 91.000 Omikron-Fälle bestätigt, allerdings geht man von einer hohen Dunkelziffer aus.

Britisches Gesundheitssystem kämpft mit Krankmeldungen

Die britische Statistikbehörde, die regelmäßig Tests in einer zufällig ausgewählten, repräsentativen Stichprobe durchführt, schätzt, dass allein in der Woche bis zum 16. Dezember in England mehr als 1,2 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert waren - das entspricht 1 von 45 Personen. In der laufenden Woche dürfte dieser Wert noch höher liegen. Auch im Gesundheitssystem macht sich Omikron bereits deutlich bemerkbar: Die Krankheitstage von medizinischen Beschäftigten im Zusammenhang mit Covid-19 stieg im Wochenvergleich zuletzt um 38 Prozent an, wie der "Guardian" unter Berufung auf Zahlen des Gesundheitsdienstes berichtete. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass sich dieser Trend weiter verstärkt.

In Deutschland ist die Omikron-Variante mittlerweile in allen Bundesländern angekommen. Zwar wird der überwiegende Anteil der Infektionen nach wie vor von der Delta-Variante des Coronavirus verursacht, doch die Zahl der nachgewiesenen Omikron-Fälle ist in den letzten Wochen deutlich angestiegen, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) am Abend in seinem Wochenbericht. In ihrem Omikron-Bericht beziffert die Behörde die Fälle in Deutschland auf 3198: Das ist ein Plus von 34 Prozent im Vergleich zum Vortag.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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