Panorama

In 60 Tagen durch EuropaJoseph Heß durchschwimmt Donau von der Quelle bis zum Schwarzen Meer

02.09.2026, 15:56 Uhr
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Langstreckenschwimmer Joseph Heß. (Foto: picture alliance/dpa)

Er durchquert zehn Länder und die gesamte Donau - schwimmend: Der Extremsportler Joseph Heß aus Dresden bezwingt den zweitlängsten Fluss Europas in nur 60 Tagen. Mit seiner Tour möchte er unter anderem ein Bewusstsein für mehr Umweltschutz schaffen.

Der Dresdner Extremschwimmer Joseph Heß hat nach Angaben seines Teams die gesamte Donau von der Quelle in Donaueschingen bis ins Schwarze Meer durchschwommen. Nach fast 60 Tagen habe er am Dienstag sein Ziel in Sulina erreicht, teilte sein Team mit. Den letzten Tag habe er am Morgen in Crișan mitten im Donaudelta begonnen und dann noch rund 30 Kilometer zurückgelegt. Auf der Tour durchquerte Heß zehn Länder. "Das war das größte Abenteuer meines Lebens und die längste Flussstrecke die ich je geschwommen bin", betonte er.

"Es war schön, aber jetzt bin ich auch erst einmal froh, dass es vorbei ist. Ich freue mich auf meine Familie zu Hause", bekannte Heß. "Ich habe täglich meine Schultern gemerkt und bekomme eben die Arme kaum noch über den Kopf, aber sonst geht es mir sehr gut. Zum Glück bin ich unterwegs nicht krank geworden."

Nach Angaben seines Begleitteams ging es die letzten Tage auch an der rumänisch-ukrainischen Grenze entlang. Handelsschiffe seien mit Netzen gegen Drohnenangriffe geschützt worden, man habe zerstörte Industrieanlagen und Explosionen aus der Ferne mitbekommen. Heß wurde von dem Filmemacher Markus Weinberg begleitet. "Wir haben gleichzeitig dokumentiert, wie sich Niedrigwasser, Umweltverschmutzung, Schifffahrt, Geschichte und Klimafolgen entlang eins ganzen europäischen Flusses begegnen", erklärte Weinberg.

Heß schwamm durch Wien, Bratislava, Budapest und Belgrad und durch das spektakuläre Eiserne Tor - ein etwa 100 Kilometer langes Tal in den Karpaten. "Historisch niedrige Wasserstände ließen Seitenarme austrocknen, Sandbänke und Inseln entstehen. Bei Prahovo tauchten deutsche Kriegsschiffswracks aus dem Zweiten Weltkrieg aus der Donau auf", hieß es. Die Passage in Belgrad sei durch starke Abwasserbelastung zum Gesundheitsrisiko geworden. Das Team schrieb von einem "Fluss im Ausnahmezustand".

Entlang der gesamten Strecke wurden nach wissenschaftlichen Vorgaben regelmäßig Wasserproben genommen. Aus den Daten soll eine Mikroplastik-Kartierung der Donau entstehen, hieß es weiter. Erste Auswertungen würden keine gleichmäßige Belastung, sondern einzelne Hotspots zeigen - unter anderem im Umfeld von Kläranlagen und Nebenflüssen. Die vollständige wissenschaftliche Auswertung folge nach der Expedition.

Quelle: ntv.de, kaz/dpa

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