Panorama

Berichte über bedrohliche SzenenAngriff im Cockpit - Flugzeug muss notlanden

30.09.2026, 11:08 Uhr
00:00 / 03:07
582308792
Während des Fluges FZ 1073 der Fluggesellschaft Flydubai brauchten die Passagiere wohl starke Nerven. (Foto: picture alliance/ASSOCIATED PRESS)

Ein Vorfall an Bord eines Flugzeugs auf dem Weg nach Tel Aviv sorgt für Aufregung. Offenbar prügeln sich die Piloten der Maschine - inzwischen geht man in Israel von einem möglichen versuchten Terroranschlag aus. Was bisher zu dem Geschehen an Bord bekannt ist.

Aus einem Flugzeug auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv ist laut Berichten wegen einer Prügelei zwischen den Piloten ein Notsignal gesendet worden. Schließlich landete die Maschine in Saudi-Arabien. Laut Medienberichten geht man in Israel von einem möglichen versuchten Terroranschlag aus. Zuvor hieß es, es werde geprüft, ob einer der Piloten versuchte, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Für die übereinstimmenden israelische Berichte gibt es bislang keine offizielle Bestätigung. Ein namentlich nicht genannter ranghoher israelischer Regierungsvertreter sagte dem TV-Sender N12 jedoch, es sei eine schwere Katastrophe verhindert worden.

Unter Berufung auf Passagiere des Flugzeugs berichten verschiedene israelische Medien inzwischen, dass einer der Piloten den anderen mit einem Messer verletzt habe. Eine Israelin erzählte N12, unter den Passagieren habe große Angst geherrscht, es habe "Schreie und Panik" gegeben. "Einige Männer, darunter auch Israelis, standen auf und überwältigten den Angreifer", sagte sie. Es gehe den Passagieren der Maschine inzwischen gut. "Die Situation hätte aber auch anders enden können", sagte sie.

Eine weitere Israelin erzählte dem Sender, sie habe Schreie im Flugzeug gehört und anschließend viel Blut im Cockpit gesehen. "Es gab Momente, in denen wir dachten, dass wir das nicht lebend überstehen würden."

Eine zunächst befürchtete Entführung des Flydubai-Flugs FZ 1073 habe sich nicht bestätigt, berichteten israelische Medien. Das Flugzeug sei über Saudi-Arabien abgedreht und auf dem Flughafen Tabuk gelandet. Flydubai bestätigte laut dem Sender Al-Arabija einen "Vorfall" an Bord. Zuvor war berichtet worden, die Maschine habe zunächst den Code 7700 abgesetzt, der auf eine Notlage hinweist, und anschließend den Code 7500, der zur Meldung einer Flugzeugentführung verwendet wird.

Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete, der tatverdächtige Copilot stamme aus dem Oman. Dafür gibt es aber bislang keine offizielle Bestätigung. Zuvor hatte es geheißen, der Pilot sei russischer und der Copilot ukrainischer Herkunft. Eine israelische Sprecherin bestätigte, der tatverdächtige Copilot werde gegenwärtig in Saudi-Arabien befragt.

An Bord der Maschine seien etwa 180 Israelis gewesen, berichtete die Zeitung "Haaretz". Israel und Saudi-Arabien unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Israelische Kampfjets seien aufgestiegen, hatte die "Times of Israel" zunächst unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet. Das israelische Militär teilte zu dem Vorfall mit, Generalstabschef Ejal Zamir habe sich mit ranghohen Kommandeuren beraten, darunter der Chef der Luftwaffe.

Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu teilte mit, der Regierungschef habe zu dem Vorfall Beratungen abgehalten und verfolge die Entwicklungen. Die Lage sei unter Kontrolle und man unternehme alles, um die sichere Rückkehr der israelischen Passagiere in ihre Heimat zu gewährleisten.

Die Passagiere an Bord wurden laut N12 angewiesen, sitzenzubleiben und das Flugzeug nicht zu verlassen. Lediglich die beiden Piloten seien von Bord gebracht worden. Der Geschäftsführer von Flydubai habe die israelischen Verkehrsbehörden informiert: Ein Ersatzflugzeug werde in Kürze von Dubai nach Saudi-Arabien geschickt und von dort nach Israel weiterfliegen.

Quelle: ntv.de, nbr/dpa

DubaiIsraelFlugzeugePilotenSaudi-Arabien