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Erdogan-Burger und Böhmi-Keks Kölner Burgerladen meldet sich zurück

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Wegen seines Erdogan-Burgers wird ein Kölner Imbiss von Anhängern des türkischen Präsidenten bedroht. Der Inhaber schließt "Urban Burgery" für ein paar Tage - und meldet sich jetzt mit neuen politischen Kreationen zurück.

Nach dem Skandal um das Erdogan-Schmähgedicht von Jan Böhmermann hatte ein Kölner Burger-Laden eine erfolgversprechende Idee. Das Team der Urban Burgery nahm eine neue Kreation in die Speisekarte auf. "Saulecker, saftig und der Burner ist Erdogan, der Burger", priesen die Macher das Fleischbrötchen an. "Der Erdogan Burger - Natürlich mit Ziegenkäse!"

Burgerladen-Betreiber Jörg Tiemann bezeichnete die Erfindung als "lukullisches Bekenntnis zur Meinungsfreiheit". Etwa 75 Prozent seines Umsatzes mache er mit dem Erdogan-Burger, wie Tiemann der "Hannoversche Allgemeine Zeitung" sagte.

Doch die Reaktionen waren nicht nur positiv. Dem Restaurant schlug in sozialen Medien purer Hass entgegen. Vergangenen Donnerstag hätten sich zudem vier muskulöse, dunkel gekleidete Gestalten vor der Fensterscheibe postiert und "mit finsterer Miene" in den Laden gestarrt. Das war Thiemann zu viel, er machte "Urban Burgery" für ein paar Tage dicht. Doch vertreiben lässt er sich nicht. Thiemann nutzte die Zeit und ließ eine Videoanlage installieren.

Ab heute wieder Erdogan-Burger

*Datenschutz

An diesem Mittwoch will er seinen Laden wieder öffnen und auch seinen Bestseller, den Erdogan-Burger, anbieten. "Solange die Kunden ihn haben wollen. Und solange Erdogan seine menschenrechtsverletzende Politik fortsetzt", zitiert die Zeitung Tiemann. Denn sein Burger sei ein politisches Statement. Gegen den türkischen Präsidenten. Und für die Meinungs- und Pressefreiheit.

Gerade erst sind in der Türkei zwei Journalisten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Can Dündar, Chefredakteur der Zeitung "Cumhuriyet", soll fünf Jahre und zehn Monaten ins Gefängnis, Hauptstadtbüroleiter Erdem Gül fünf Jahre. Über die "perfide Strategie" Erdogans, die Journalisten in seinem Land einzuschüchtern, ärgert sich Thiemann maßlos.

Wie die "HAZ" weiter berichtet, will Thiemann ab nächster Woche einen Böhmermann-Cookie in die Speiskarte aufnehmen. Ein zehn Zentimeter großer Keks, den er zum Kaffee anbieten will. Den Erlös wolle er an die Familien der inhaftierten Journalisten in der Türkei spenden.

Seine politische Burger-Initiative will er in Kürze mit einem AfD-Burger erweitern. Auf die Idee ist Tiemann gekommen, als die Rechtspopulisten ankündigten, Minarette verbieten zu wollen. Ein "alberner Versuch", die Religionsfreiheit in Deutschland einschränken zu wollen, so Tiemann. Er will deshalb einen Burger mit einer Stange Spargel anbieten – damit er aussieht wie ein Minarett.

Quelle: n-tv.de, dsi

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