Hunderte Vermisste in TrümmernKolumbiens Präsident bittet Trump nach Erdbeben um Zoll-Aussetzung

Vor knapp einer Woche erschüttert ein starkes Beben Teile Kolumbiens. Der Schwerpunkt der Rettungsarbeiten verlagert sich zunehmend auf die Bergung von Toten. Zur Bewältigung der Krise hofft das südamerikanische Land auf Zugeständnisse der USA.
Kolumbiens Präsident Abelardo de la Espriella hat US-Präsident Donald Trump angesichts des schweren Erdbebens in seinem Land um eine Aussetzung von Zöllen gebeten. Damit sollten die kolumbianischen Unternehmer, die aufgrund der Folgen des Erdbebens schwierige Zeiten durchlebten, entlastet werden, erklärte De la Espriella bei X.
Die US-Zölle auf kolumbianische Produkte waren Ende Juli von zehn auf 12,5 Prozent gestiegen, mit wenigen Ausnahmen wie Kaffee und Öl. Am Montag hatte ein Erdbeben der Stärke 7,4 Kolumbien erschüttert. Mindestens 294 Menschen kamen ums Leben, fast 4000 weitere wurden verletzt. Mindestens 320 Menschen werden noch vermisst.
Der rechte Hardliner De la Espriella war vor rund einer Woche als neuer Präsident Kolumbiens vereidigt worden. Er trat damit die Nachfolge des linken Präsidenten Gustavo Petro an. Trump hatte De la Espriella während dessen Präsidentschaftswahlkampf unterstützt.
Hoffnung auf Überlebende schwindet
Tage nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien schwindet die Hoffnung auf die Rettung von Überlebenden. Der Schwerpunkt der Rettungsarbeiten verlagert sich zunehmend auf die Bergung von Toten aus den Trümmern eingestürzter Gebäude. "Wir haben nur noch eine Stelle, an der es Lebenszeichen gibt", sagte der Feuerwehrhauptmann von Cali, Alberto Hernandez. In Cali, der drittgrößten Stadt des Landes, durchkämmten Helfer weiterhin Berge aus Beton und Metall.
Tausende Häuser wurden durch das Beben zerstört. In der Stadt Pereira im Herzen der Kaffeeanbauregion verbrachten Hunderte die Nächte auf Matten oder in Zelten in einem Park. Den Helfern vor Ort zufolge mangelt es oft an Decken, Zelten, Hygieneprodukten und Lebensmitteln. In den Städten Medellin und Bogota spendeten Tausende Menschen Lebensmittel, Kleidung und Medikamente für die Betroffenen des Erdbebens.