Voll, verspätet und dann das Lokführer vergisst Halt - ICE fährt an Fulda vorbei

Schon zu Beginn der Fahrt läuft es alles andere als rund: Mehrere Wagen eines ICE von Frankfurt nach Berlin sind überfüllt, der Zug startet verspätet. Für Fahrgäste, die in Fulda aussteigen wollen, kommt es dann aber noch dicker.
Der Lokführer eines voll besetzten ICE hat auf dem Weg von Frankfurt/Main nach Berlin den Stopp in Fulda verpasst. Eine Schaffnerin habe durchgesagt, dass sie es nicht mehr rechtzeitig geschafft habe, den Lokführer zu informieren, dass er hätte halten müssen, berichtete eine dpa-Reporterin, die in dem Zug unterwegs war.
Stattdessen hielt der ICE 596 dann in Hünfeld, einer etwa 18 Kilometer entfernten Kleinstadt in Osthessen. Alle Fahrgäste, die nach Fulda wollten, mussten am Sonntagnachmittag dort aussteigen und mit einem Regionalzug zurückfahren. Weil der Fernzug für den Bahnsteig dort zu lang war, wurden die Türen der Wagen der 1. Klasse in Hünfeld nicht geöffnet.
Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Triebfahrzeugführer habe den Halt in Fulda versehentlich vergessen. "Wir bitten alle Fahrgäste ausdrücklich um Entschuldigung." Die betroffenen Passagiere könnten eine Entschädigung im Rahmen der Fahrgastrechte beantragen, so der Sprecher.
Der Zug sollte planmäßig 16.15 Uhr in Frankfurt starten und dann über Fulda, Eisenach, Erfurt, Leipzig und Wittenberg nach Berlin fahren. Er startete in Frankfurt allerdings später, weil mehrere Wagen überfüllt waren und das Zugpersonal die Fahrgäste aufforderte, sich in den vorderen Wagen zu verteilen. Erst mit rund 15 Minuten Verspätung ging es dann los.
Immer wieder kommt es vor, dass Fernzüge einen vorgesehenen Halt verpassen. Im Mai 2025 fuhren innerhalb weniger Tage zwei ICEs am Bahnhof Günzburg in Schwaben vorbei, obwohl sie dort halten sollten. Im April desselben Jahres vergaß ein ICE-Lokführer, in Straubing zu halten. Der Zug stoppte stattdessen im rund 25 Kilometer entfernten Plattling. Die Bahn bezeichnete den Vorfall damals als "äußerst seltenen Einzelfall".
Besonders häufig sorgte in der Vergangenheit Wolfsburg für Schlagzeilen. Allein 2017 fuhren dreimal ICE-Züge am Bahnhof vorbei, obwohl sie dort planmäßig halten sollten. Bereits 2011 und Ende 2016 hatte es ähnliche Vorfälle gegeben. Auch im November 2022 verpasste ein ICE den Halt in Wolfsburg und fuhr bis Stendal weiter. Die betroffenen Fahrgäste mussten von dort zurück nach Wolfsburg fahren.