Panorama

Familienbesucher dürfen buchen MV öffnet Hotels für Weihnachtsgäste

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Leere Promenade vor dem Ahlbecker Hof auf Usedom: Zu Weihnachten könnte ein wenig Leben einkehren.

(Foto: imago images/Leo)

Beim Corona-Gipfel von Bund und Ländern kursierte die Idee bereits: Könnten Hotels nicht Familienbesuche zu Weihnachten entzerren? Das Kanzleramt stellte sich quer, aber immer mehr Länder scheren aus. Nun erlaubt auch Mecklenburg-Vorpommern Familien, ein Hotelzimmer zu buchen.

Nach mehreren anderen Bundesländern hat auch Mecklenburg-Vorpommern entschieden, dass Hotels über die Feiertage Übernachtungen für Familienbesuche anbieten dürfen. Konkret dürften Hotels und Pensionen vom 23. Dezember bis 1. Januar für Gäste öffnen, die ihre Familie besuchen, drei Übernachtungen seien erlaubt, teilte Wirtschaftsminister Harry Glawe von der CDU am Abend nach einem Treffen der Landesregierung mit Vertretern von Wirtschaft, Kommunen und Verbänden mit.

Kosmetiksalons dürfen im Nordosten möglicherweise schon vom 5. Dezember an wieder öffnen, wenn die Corona-Infektionszahlen am Tag davor erkennbar nach unten weisen. Am nächsten Freitag würden die Zahlen angeschaut, dann werde überlegt, ob es für diesen Bereich zum zweiten Adventswochenende Lockerungen geben könne, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Die Sozialdemokratin hatte nach dem Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch bereits angekündigt, die Verschärfung der Kontaktbeschränkungen von zehn auf fünf Personen mittragen zu wollen. Die zusätzlichen Einschränkungen im großflächigen Einzelhandel sollen in Mecklenburg-Vorpommern hingegen nicht umgesetzt werden. Dies sei angesichts der vergleichsweise niedrigen Infektionszahlen in ihrem Bundesland nicht nötig.

Sechs Bundesländer scheren aus

Mecklenburg-Vorpommern ist nicht das erste Bundesland, das von der jüngsten Bund-Länder-Vereinbarung zur Pandemie-Bekämpfung abweicht. Auch Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hessen und Berlin kündigten bereits an, über die Festtage Hotelübernachtungen für Familienbesuche zu erlauben - entgegen einer Empfehlung aus dem Kanzleramt. Dort hatte es geheißen, solche Sondererlaubnisse seien nicht zu kontrollieren. In anderen Bundesländern dauerten die Beratungen zum Thema noch an.

Die fünf Länder argumentieren, dass es sich bei Hotelübernachtungen von Familiengästen rund um Weihnachten um nicht-touristische Übernachtungen handele, wie sie auch während des Teil-Lockdowns bis zum 20. Dezember erlaubt sind. Dagegen hatte Kanzleramtschef Helge Braun bereits einen Tag nach dem Gipfel Hotelübernachtungen über Weihnachten eine Absage erteilt.

Quelle: ntv.de, mau/dpa