Flammenhölle zu SilvesterMindestens 40 Tote in Crans-Montana, viele Menschen schwer verletzt

Im Skiort Crans-Montana kommt es in der Silvesternacht zu einem verheerenden Feuer in einer Bar. Nach Angaben der Behörden sterben dabei Dutzende Menschen, etwa 115 werden verletzt. Die Ermittlungen zur Ursache des Unglücks laufen.
Bei dem Feuer in einer Bar im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana sind nach offiziellen Angaben ungefähr 40 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 115 weitere Menschen seien verletzt worden, die meisten von ihnen schwer, sagte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler. Es werde "wahrscheinlich auch Opfer aus dem Ausland" geben.
Das Feuer war in der Nacht gegen 1.30 Uhr in der Bar "Le Constellation" ausgebrochen. Dort hatten Hunderte Menschen Silvester gefeiert. Die Ursache für den Brand ist weiter unklar. "Es gibt mehrere Hypothesen", sagte Beatrice Pilloud, Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis. Eine Möglichkeit sei, "dass der gesamte Raum Feuer gefasst hat, und dass das zu einer Explosion geführt hat".
Es seien Untersuchungen zur Ermittlung der Brandursache eingeleitet worden. Dazu würden auch am Brandort gefundene Telefone ausgewertet. Zu Mutmaßungen, dass in Champagner-Flaschen gesteckte Kerzen oder Böller den Brand ausgelöst haben könnten, wollte Pilloud nichts sagen. "Die Untersuchung läuft, die Gründe werden wir zu einem späteren Zeitpunkt nennen." Augenzeuginnen hatten dem französischen Sender BFMTV gesagt, das Feuer sei durch Kerzen ausgelöst worden, durch die die Decke Feuer gefangen habe.
Die Identität der Toten und Verletzten ist noch unklar. "Die Identifizierung der Körper, auch der Verletzten, kann leider noch etwas Zeit brauchen. Wir haben vollstes Vertrauen in die Teams, die sich um die Identifizierung kümmern", sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard. "Wir haben viele Schwerverletzte, viele stark Verbrannte."
Viele junge Leute schwer verletzt
Zu den Menschen mit den schwersten Verletzungen gehören junge Leute im Alter von 16 bis 26 Jahren. Per Hubschrauber seien 22 Verletzte in dieser Altersspanne in das Universitätsklinikum nach Lausanne geflogen worden, sagte bereits zuvor Klinikdirektorin Claire Charmet der Schweizer Zeitung "24 Heures". Es handele sich um die Überlebenden mit den schlimmsten Brandverletzungen. Ihre Behandlung werde Wochen, wenn nicht Monate dauern. "Es handelt sich um junge Patienten. Im Durchschnitt sind sie zwischen 16 und 26 Jahre alt." Acht Patienten hätten wiederbelebt werden müssen. "Wir verlegen sie gerade aus der Notaufnahme in die Intensiv- und Spezialstation", sagte Charmet.
Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin besuchte am Neujahrstag den Unglücksort. "Es handelt sich um eine der schlimmsten Tragödien, die es in der Geschichte dieses Landes gab. Wir sind bestürzt", sagte er auf der Pressekonferenz. Er kündigte an, dass das Unglück aufgearbeitet werde. "Es wird Untersuchungen geben, damit wir herausfinden, wie es zu diesem Drama kommen konnte. Wir sind es den Opfern schuldig, dass wir die Ursachen herausfinden."
Crans-Montana ist einer der bekanntesten Touristenorte in den Schweizer Alpen und über Feiertage wie Weihnachten und Neujahr mit Tausenden Besuchern aus aller Welt meist ausgebucht.