Panorama

Nach Interpol-Fahndung Mörder-Paar eines Dienstmädchens gefasst

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Nach dem Fund von Demafelis' Leiche kam es zu Protesten.

(Foto: REUTERS)

Vergewaltigung, Folter oder Mord an Dienstmädchen werden in reichen Staaten wie Kuwait selten geahndet. Jetzt gelingt es den Strafverfolgern - in Damaskus schnappen sie die mutmaßlichen Mörder einer 29-jährigen Gastarbeiterin.

Der Mord hatte auf den Philippinen für Aufsehen gesorgt, nun sind die mutmaßlichen Täter nach internationaler Fahndung gefasst: Nach dem Fund der Leiche eines philippinischen Dienstmädchens in einem Gefrierschrank in Kuwait sind die Arbeitgeber der Frau in Syrien festgesetzt worden. Der Libanese Nader Essam Assaf und seine syrische Frau Mona seien in Damaskus festgenommen worden, sagte ein libanesischer Justizbeamter.

Wegen seiner libanesischen Staatsangehörigkeit sei Assaf von den syrischen Behörden nach Beirut ausgeliefert worden. Seine Frau bleibe aber wegen ihrer syrischen Staatsangehörigkeit in Damaskus in Gewahrsam.

Die Leiche der 29-jährigen Joanna Demafelis war kürzlich in dem Gefrierschrank in einer verlassenen Wohnung des nun festgenommenen Paares in Kuwait entdeckt worden. Die Leiche wies Spuren von Folter auf. Demafelis war bereits mehr als ein Jahr zuvor von ihrer Familie als vermisst gemeldet worden. Nach dem Fund der Leiche wurde eine Interpol-Fahndung nach dem verdächtigen Paar eingeleitet.

Der philippinische Staatschef Rodrigo Duterte hatte nach dem Mord an dem Dienstmädchen eine Ausreisesperre für Philippiner verhängt, die in Kuwait arbeiten wollten. Er versprach Demafelis' Familie Gerechtigkeit und warf arabischen Arbeitgebern in Kuwait vor, philippinische Arbeiterinnen zu vergewaltigen, sie zu 21 Stunden Arbeit pro Tag zu zwingen und ihnen Müll zu Essen zu geben. Er entsandte überdies Arbeitsschutzbeauftragte in das Emirat.

Kuwait sagte zu, in Todes- und Missbrauchsfällen zu ermitteln. Der Golfstaat betonte zugleich, angesichts von mehr als 250.000 philippinischen Gastarbeitern in dem Emirat handele es sich um Einzelfälle.

Quelle: n-tv.de, AFP