Panorama

Nach Entdeckung von Omikron Montgomery fürchtet Variante mit Ebola-Wirkung

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Man dürfe dem Coronavirus keine Chance zur Mutation geben, sagt Frank Ulrich Montgomery.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im südlichen Afrika mutiert das Coronavirus zur "besorgniserregenden" Omikron-Variante. Wie gefährlich die genau ist, steht erst ein "einigen Wochen" fest, aber der Vorsitzende des Weltärztebundes Montgomery warnt schon jetzt: Weitere Mutationen könnten so gefährlich sein wie Ebola.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnt vor der Entstehung einer Super-Variante des Coronavirus. "Meine große Sorge ist, dass es zu einer Variante kommen könnte, die so infektiös ist wie Delta und so gefährlich wie Ebola", sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die neue südafrikanische Variante B.1.1.529 sei ein gutes Beispiel dafür, dass man dem Virus keine Chance zur Mutation geben dürfe. Um weitere Varianten zu verhindern, werde es nötig sein, die Welt noch jahrelang zu impfen, sagte Montgomery.

Eine Ebola-Infektion führt meist zu hohem Fieber und inneren Blutungen und endet sehr oft tödlich. Ohne Medikamente sterben rund 50 Prozent der Kranken, wobei der Anteil je nach Virusart auch deutlich darunter oder darüber liegen kann. Der bislang folgenschwerste Ebola-Ausbruch war 2014/2015 in Westafrika, damals kamen mehr als 11.000 Menschen ums Leben.

Klarheit erst in "einigen Wochen"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte B.1.1.529 am Freitag nach dem 15. Buchstaben des griechischen Alphabets Omikron benannt und als "besorgniserregend" eingestuft. Das bedeutet, dass eine Variante ansteckender ist oder zu schwereren Krankheitsverläufen führt. Außerdem besteht bei "besorgniserregenden Varianten" die Gefahr, dass herkömmliche Impfungen, Medikamente oder Corona-Maßnahmen weniger wirksam sind.

Die neue Variante wurde mittels genetischer Analyse vom 9. November erstmals in Südafrika entdeckt. Noch ist unklar, wie die Covid-19-Erkrankung im Falle einer Infektion mit ihr verläuft und ob die Gefahr tatsächlich größer ist als bei anderen Varianten. Nach den Worten eines WHO-Sprechers wird es "einige Wochen" dauern, bis Wissenschaftler die Folgen verstehen können.

Weltweite Reisebeschränkungen

Die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC hält das Risiko einer Ausbreitung von Omikron unabhängig davon in der EU für "hoch bis sehr hoch". Ein erster Fall wurde in Belgien bereits festgestellt. Um die Verbreitung einzudämmen, stuft die Bundesregierung Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho ab Sonntag, 0.00 Uhr als Virusvariantengebiete ein. Im Wesentlichen dürfen Fluggesellschaften damit nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern. Es handelt sich aber nicht um ein Flugverbot. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht - auch für Geimpfte und Genesene. Sie kann auch nicht durch negative Tests verkürzt werden.

Neben Deutschland haben auch andere EU-Länder wie Belgien, Dänemark und Italien Reisebeschränkungen verhängt. Auch die nordamerikanischen Staaten, Australien, Brasilien und die arabischen Staaten haben reagiert.

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Die deutsche Exportwirtschaft fürchtet, dass die neuen Beschränkungen schwere Folgen für den Handel haben könnten. "Mit Sorge blicken wir auf die sich wieder verschärfende Corona-Situation. Eine Wiedereinführung der Reisebeschränkungen wäre für den Groß- und Außenhandel eine Katastrophe", sagt der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland einem Vorabbericht zufolge. Reisen zu Kunden und Lieferanten seien unerlässlich. Gerade in Zeiten, in denen es immer noch zu massiven Lieferengpässen komme, sei die Präsenz vor Ort entscheidend.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/AFP/rts

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