Setzt Gravitation im August aus?Nasa räumt mit angeblichem Schwerkraft-Komplott auf

Laut Anhängern der "Project Anchor"-Theorie steht der Menschheit schon bald eine globale Katastrophe bevor, die von der Nasa jedoch vertuscht werden soll. Die US-Raumfahrtbehörde räumt mit dem Verschwörungsmythos auf, in dem es um geheime Bunker und zig Millionen Tote geht.
Am 12. August, um genau 15.33 Uhr mitteleuropäischer Zeit, setzt für sieben Sekunden die Schwerkraft auf der Erde aus. 40 Millionen Menschen auf dem ganzen Globus werden bei der Katastrophe ums Leben kommen. Hintergrund ist das sogenannte "Project Anchor" der Nasa, die längst über die Gravitationspause Bescheid weiß - sie aber absichtlich geheim hält.
So zumindest lautet eine Verschwörungstheorie, die in den sozialen Medien kursiert. Anhängerinnen und Anhänger glauben daran, dass das vermeintliche Geheimdokument im 2024 geleakt wurde und so das angebliche Komplott der Nasa aufflog. Das berichtet die britische "Daily Mail".
Demnach meldeten sich auf der Plattform X Tausende besorgte Menschen zu Wort. "Wenn es sich um einen Fake handelt, warum gibt es dann ein genaues Datum, einen Projektnamen und ein Budget?", fragte ein Nutzer. Ein anderer User schrieb: "Sollte es wirklich passieren, wird es viele Verletzte geben, wenn wir alle auf den Boden zurück krachen." In anderen Beiträgen ist zu lesen, dass die Nasa heimlich unterirdische Schutzbunker baue.
Kein Gravitationsverlust im August
Um mit dem Verschwörungsmythos aufzuräumen, meldete sich die US-Raumfahrtbehörde selbst zu Wort. Wer an die bizarren Erzählungen rund um das "Project Anchor" glaube, verstehe die Grundlagen der Erdschwerkraft nicht.
"Die Erde wird am 12. August 2026 nicht ihre Schwerkraft verlieren", sagte ein Nasa-Sprecher der Faktencheck-Seite "Snopes". "Die Schwerkraft der Erde, beziehungsweise ihre gesamte Gravitationskraft, wird durch ihre Masse bestimmt. Die einzige Möglichkeit für die Erde, an Schwerkraft zu verlieren, wäre, wenn das System Erde, also die Gesamtmasse aus Erdkern, -mantel und -kruste, aus Ozeanen, erdgebundenem Wasser und Atmosphäre, an Masse verlieren würde." Zudem gibt es keine Beweise für den angeblichen Leak von Geheimdokumenten rund um "Project Anchor".
Tiktok-Troll kolportiert Mega-Katastrophe
Der genaue Ursprung der Verschwörungserzählung ist unklar. Doch eine ihrer ersten Erwähnungen fand sie auf dem Tiktok-Account des Users @mr_danya_of. Er hat etwa 10.000 Follower auf der Plattform und ist dafür bekannt, frei erfundene Theorien im Internet zu verbreiten.
Laut "Daily Mail" schrieb er in einem ausführlichen Beitrag, "Project Anchor" würde neben den "40 Millionen Todesfällen durch Stürze" auch die "Zerstörung der Infrastruktur, einen über zehn Jahre andauernden Wirtschaftskollaps und Massenpanik" zur Folge haben. Außerdem schreibt er, dass die Störung der Erdanziehung durch die "Überschneidung von Gravitationswellen" verursacht würde, die durch kollidierende Schwarze Löcher entstehe.
Anhänger müssten "Physik widerlegen"
Diese Wellen seien jedoch so schwach, dass extra empfindlichste Messgeräte gebaut werden mussten, um sie überhaupt wahrnehmen zu können, sagte Dr. William Alston, Experte für Schwarze Löcher von der Universität Hertfordshire, gegenüber der "Daily Mail".
"Diese Wellenbewegungen durchlaufen regelmäßig die Erde und uns selbst und dehnen und quetschen uns auf ganz subtile Weise. Allerdings sind sie so gering - um ein Vielfaches kleiner als die Größe eines Atoms -, dass diese Veränderung völlig unbemerkt bleibt."
Da sich Gravitationswellen zudem mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, bräuchten die Anhänger des "Project Anchor"-Mythos laut Alston eine "die physikalischen Gesetze widerlegende Technik", um das genaue Datum ihres Eintreffens vorherzusagen, oder um die Uhrzeit auf die Minute genau zu bestimmen.