Panorama

"Teufelsaustreibung" in Frankfurt Notarzt sagt im Exorzismus-Prozess aus

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Der Notarzt fand die Tote in Zimmer 433 des Frankfurter Hotels vor.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Dezember 2015 wird in einem Frankfurter Hotel eine sogenannte Teufelsaustreibung durchgeführt. Der gerufene Notarzt kann nur noch den Tod der Frau feststellen. Jetzt soll die Aussage des Mediziners vor Gericht Licht in den rätselhaften Fall bringen.

Im Prozess um eine tödliche Teufelsaustreibung haben der herbeigerufene Notarzt und sein dreiköpfiges Rettungsteam als Zeugen geschildert, wie sie das Opfer in einem Frankfurter Hotelzimmer gefunden haben. Die Südkoreanerin sei am Vormittag des 5. Dezember 2015 schon einige Zeit tot gewesen, habe mit dem Rücken auf dem Boden gelegen, ihr Gesicht vollständig von einem oder mehreren weißen Handtüchern fest umwickelt, sagte der Notarzt vor dem Landgericht Frankfurt. Ein Angeklagter hatte dagegen zuvor mitteilen lassen, zwar sei das Gesicht der Frau mit zwei Handtüchern bedeckt gewesen, Nase und Mund aber frei gewesen.

Die bekleidete Frau habe blaue Flecken im Gesicht und am Körper gehabt, berichtete der Notarzt weiter, sein Rettungsassistent und die Besatzung des Rettungswagens übereinstimmend. Außerdem seien die Mundwinkel der 41-Jährigen eingerissen gewesen, ergänzte der Rettungsassistent. Um den Kopf der Toten hätten zudem einige kleine Saftflaschen aus der Minibar in einem Halbkreis gestanden. Wann und aus welchem Grund die Flaschen so angeordnet wurden, blieb unklar.

Als der zu dem Noteinsatz gerufene Mediziner und sein Assistent das Hotel betraten, habe der Portier gleich von einer Teufelsaustreibung gesprochen. Dabei soll er sich auf einen Priester bezogen haben, der zuvor am Tatort war.

Sohn der Toten unter den Angeklagten

Angeklagte in dem Verfahren sind fünf Angehörige der Getöteten, unter anderem ihr eigener Sohn. Die 16 bis 45 Jahre alten Südkoreaner sollen ihr Opfer bei einem Exorzismus-Ritual über Stunden zu Tode gequält haben. Ihnen wird deshalb gemeinschaftlicher Mord vorgeworfen. Weil zwei von ihnen noch jugendlich oder heranwachsend sind, verhandelt eine Jugendstrafkammer.

Als einziger der Angeklagten hat bislang ein 22-Jähriger ausgesagt. Er ist der Sohn der 45 Jahre alten mitangeklagten Cousine des Opfers und der zweitälteste Angeklagte. Er hatte über seine Verteidiger mitteilen lassen, keiner habe den Tod der 41-Jährigen gewollt oder damit gerechnet. Die Frau sei in der Nacht in dem Hotelzimmer in einer Art Rausch gewalttätig zu sich selbst geworden und habe sich dabei auch auf die Zunge gebissen. Ihre Angehörigen hätten sie nur beruhigen wollen, indem sie ihren Kopf festgehalten und ihr ein Tuch in den Mund gesteckt hätten. Vom Tod ihrer Verwandten hätten die Angeklagten erst nach dem Notarzteinsatz erfahren, sagte die Anwältin des 22-Jährigen für ihren Mandanten.

Quelle: ntv.de, lou/dpa

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