Panorama

Verletzte und Verkehrschaos Orkan "Thomas" fegt über Deutschland

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In Wuppertal krachten Äste eines Baumes auf einen fahrenden ICE.

(Foto: dpa)

So stark wie frühere Sturmtiefs war "Thomas" nicht. Trotzdem richtet er in vielen Bundesländern Schäden an. Nicht nur der Verkehr wird beeinträchtigt, auch die Karnevalisten bekommen die Unwetter zu spüren.

Mit heftigen Böen ist Sturmtief "Thomas" am Donnerstagabend über den Westen Deutschlands hinweggefegt - der Wind ließ jedoch im Laufe der Nacht nach. Der Deutsche Wetterdienst hob in der Nacht alle Unwetterwarnungen für das Flachland wieder auf. Nur in bayerischen und sächsischen Mittelgebirgen sowie in den Alpen galt weiterhin die entsprechende Warnstufe 3.

Nach Angaben von n-tv-Meteorologe Björn Alexander zieht das Sturmfeld "Thomas" aber erst im Laufe des Vormittags Richtung Polen ab. Dahinter bleibe es windig und wechselhaft mit Schauern, die bis ins Flachland als Schnee oder Graupel fallen und von einzelnen Gewittern begleitet sein können, sagte Alexander.

Vier Verletzte in Dornhan

Die stärksten Windböen gab es nach seinen Angaben auf dem Harzer Brocken mit 157 Kilometern pro Stunde, auf dem Fichtelberg mit 148 km/h und auf dem Feldberg im Schwarzwald mit 126 km/h. Ab 119 km/h spreche man von Orkanböen, sagte Alexander. In Stadthagen in Niedersachsen blieben die Geschwindigkeiten mit 117 Stundenkilometern knapp darunter, 111 km/h erreichte der Sturm in Neuss, auf Borkum oder in Geilenkirchen bei Aachen.

Am Abend hatte der Sturm für gestiegene Flusspegel, entwurzelte Bäume und lahmgelegte Bahnstrecken gesorgt. Beim Einsturz eines Podiums bei einer Fastnachtsveranstaltung im baden-württembergischen Dornhan wurden drei Frauen und eine Neunjährige verletzt. Auf der Autobahn 45 schob eine starke Windböe einen Lastwagen gegen die Mittelleitplanke, wie ein Polizeisprecher in Gießen sagte. Der Fahrer blieb unverletzt.

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Sturm auf dem Großen Feldberg in Hessen.

(Foto: dpa)

Probleme gab es auch am Wuppertaler Hauptbahnhof, wie eine Bahnsprecherin sagte. Kurz vor dem Bahnhof stürzte ein Baum auf die Oberleitung und auf einen ICE. Die rund 70 Fahrgäste wurden aus dem Zug gebracht. Der liegengebliebene ICE verursachte weitere Verspätungen anderer Züge.

Bei Aachen stürzte ein Baum auf einen Thalys-Zug. In Bremen fiel bereits am Nachmittag ein sieben Meter hoher Baum auf einen stehenden Zug. Verletzt wurde dabei niemand, teilte die Feuerwehr mit. In dem Zug saßen etwa 50 Reisende. Am Dortmunder Bahnhof und auf mehreren Strecken in Nordrhein-Westfalen konnten zwischenzeitlich keine Züge fahren.

Viele Einsätze der Feuerwehr

Sperrungen gab es auch in Niedersachsen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein, die alle in der Nacht wieder aufgehoben wurden. Lediglich nahe Frankfurt am Main bleibt die Strecke zwischen Niedernhausen und Idstein auch am Freitagvormittag gesperrt, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. Nach seinen Angaben gab es am späten Donnerstagabend zwar keine großen Zwischenfälle, aber eine beträchtliche Summe kleinerer Störungen.

In Köln, wo die Rettungskräfte ohnehin wegen der Karnevalsfeiern im Großeinsatz waren, zählte die Feuerwehr bereits am Abend mehr als 150 Einsätze. Ein Autofahrer wurde schwer verletzt, weil ein im Sturm umgeknickter Baum auf seinen Wagen stürzte. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wie die Feuerwehr mitteilte. Der etwa 25 Meter hohe Baum demolierte noch zwei weitere Fahrzeuge.

In Bonn wurde wegen der Sturmwarnung eine Karnevalsparty auf dem zentralen Münsterplatz abgesagt. In Düsseldorf beendeten die Karnevalisten wegen des schlechten Wetters ihr Bühnenprogramm zu Altweiber vorzeitig. Für den Rosenmontag sagt der Deutsche Wetterdienst eine entspanntere Lage mit etwas Regen voraus. Mit einem Sturm wie im vergangenen Jahr wird nicht gerechnet.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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