Panorama

Verhandlungen laufen noch Österreich will Sputnik-Impfstoff bestellen

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Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz sagt, es komme nur darauf an, "ob der Impfstoff wirksam und sicher ist."

(Foto: dpa)

Der Einsatz des russischen Corona-Impfstoffs wird auf EU-Ebene heftig diskutiert. Frankreich ist skeptisch, Ungarn setzt ihn bereits ein. Nun zieht Österreich nach und verhandelt mit Russland über eine Lieferung von Sputnik V. Die ersten Dosen könnten noch in diesem Monat eintreffen.

Österreich verhandelt mit Russland über die Lieferung von Impfdosen des in der EU noch nicht zugelassenen russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V. Bundeskanzler Sebastian Kurz bestätigte die Verhandlungen. "Beim Impfstoff darf es keine geopolitischen Scheuklappen geben", sagte er. "Das Einzige, was zählen darf, ist, ob der Impfstoff wirksam und sicher ist, nicht, woher er kommt."

Es geht um insgesamt eine Million Dosen, von denen bereits im April 300.000 geliefert werden sollten. Eine Kaufentscheidung sei aber noch nicht getroffen worden, betonte das Kanzleramt. "Wenn Österreich eine Million Impfdosen zusätzlich bekommt, wäre eine frühere Rückkehr zur Normalität möglich, und wir können viele Menschenleben sowie Arbeitsplätze retten", sagte Kurz. Man prüfe aktuell alle Möglichkeiten, um möglichst rasch an weitere Impfdosen zu kommen, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. "Klar ist: Jeder in Österreich eingesetzte Impfstoffe muss wirksam und sicher sein", fügte er hinzu.

Kurz habe die Drähte bei einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am 26. Februar gelegt, hieß es aus dem Kanzleramt. Seitdem liefen Verhandlungen mit dem Russian Direct Investment Fund (RDIF), der den Impfstoff international vertreibt.

Sputnik spaltet auf EU-Ebene

Österreich ist damit nicht das einzige EU-Land, das den russischen Impfstoff im Alleingang bestellen würde. Ungarn setzt den Impfstoff bereits ein, und auch Tschechien hatte den Einsatz laut erwogen. Die Zulassung auf europäischer Ebene steht noch aus. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) prüft jedoch bereits das Vakzin.

Der russische Impfstoff hat aber auch auf EU-Ebene für viel Wirbel gesorgt. Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian nannte das russische Impfprogramm "Propagandamittel". Russland nutze seinen Impfstoff, um "politischen Einfluss" auszuüben. In Deutschland hingegen wird bereits über die Produktion des Impfstoffs in Bayern diskutiert. Gesundheitsminister Jens Spahn könnte sich sogar einen nationalen Alleingang vorstellen, wenn es um die Bestellung von Sputnik V geht.

Quelle: ntv.de, cls/dpa

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