Panorama

Nach Streit um Van-Laack-Deal Polizei benötigt keine Stoffmasken mehr

233155907.jpg

DAS RKI empfiehlt inzwischen medizinische Masken für den Polizeieinsatz.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Modeunternehmen van Laack liefert der Polizei in NRW mehr als eine Million Stoffmasken. Doch das Land muss den Auftrag nach der Beschwerde eines Konkurrenten neu ausschreiben. Nun droht die umstrittene Lieferung hinfällig zu werden, denn Alltagsmasken sind nicht mehr gefragt.

Die umstrittene Anschaffung und neue Ausschreibung von 1,25 Millionen Stoffmasken für die NRW-Polizei könnte ein überraschendes Ende nehmen: Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur kann die Polizei die sogenannten Alltagsmasken zurzeit nicht mehr gebrauchen. Die Suche nach einem Anbieter könnte abgebrochen werden.

Nachdem die Modefirma van Laack im vergangenen Jahr die 1,25 Millionen Masken bereits geliefert hatte, musste der Auftrag nach Beschwerden eines Konkurrenten neu ausgeschrieben werden. Eine Kanzlei im Namen einer Wuppertaler Unternehmerin war gegen den Auftrag vor die Vergabekammer Rheinland gezogen. Das Innenministerium hatte daraufhin formale Fehler festgestellt.

Empfehlungen verschärft

Allerdings prüft das zuständige Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) laut einer Sprecherin gerade, "ob an dem Vergabeverfahren festgehalten wird." Grund seien die "geänderten Hinweise für nicht-medizinische Einsatzkräfte" des Robert-Koch-Instituts (RKI). Das RKI hat seine Empfehlungen für Polizisten verschärft und empfiehlt inzwischen im Einsatz - wenn nötig - eine sogenannte OP-Maske oder teilweise eine FFP2-Maske mit Schutzbrille.

Mehr zum Thema

Alltagsmasken, wie sie in der Ausschreibung gesucht werden, passen aktuell nicht ins Raster. Das LZPD will laut der Sprecherin nun prüfen, ob man die Masken in Zukunft vielleicht doch noch gebrauchen könnte. Abhängig davon werde entschieden, ob das Ausschreibeverfahren weiterläuft oder abgebrochen wird.

Das Mönchengladbacher Unternehmen van Laack hatte im Zuge der Corona-Pandemie mehrere Aufträge für Schutzausrüstung erhalten. Vor allem die Bestellung von zehn Millionen Schutzkitteln sorgte für Debatten, weil bekannt wurde, dass Johannes "Joe" Laschet, der Sohn von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, den Kontakt zu der Firma hergestellt hatte.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa