Panorama

Nach Brandkatastrophe in Krefeld Polizei rechtfertigt Schüsse auf Gorilla

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Der Polizist feuerte mit einer Maschinenpistole auf den schwer verletzten Affen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zahlreiche Tiere sterben in der Silvesternacht, als ein Feuer im Affenhaus des Krefelder Zoos ausbricht. Nun wird bekannt, dass einige Tiere den Brand zunächst überlebten. Die alarmierten Einsatzkräfte mussten sie dennoch töten.

Die Polizei hat die tödlichen Schüsse auf einen schwer verletzten Gorilla nach dem Brand im Krefelder Affenhaus als notwendig begründet. In einer Mitteilung hieß es: "Unsere Kollegen waren zur Tötung des Tieres durch Kugelschuss nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet." Die Beamten hätten sich sonst nach dem Tierschutzgesetz strafbar machen können.

Über einen Bericht des Innenministeriums an den Landtag war bekannt geworden, dass ein Polizist am Morgen nach dem Großbrand im Krefelder Zoo einen schwer verletzten Gorilla mit Schüssen aus einer Maschinenpistole hatte töten müssen. Wie der Zoo mitteilte, hatte eine Tierärztin zwei weitere schwer verletzte Tiere eingeschläfert.

"Bei einem männlichen Gorilla entfaltete das Narkotikum aufgrund der Schwere der Brandverletzungen mit großflächigen Hautschäden nicht seine volle Wirkung, sodass die schnellste Erlösung des Tieres durch Kugelschuss mit Unterstützung der Polizei Ultima Ratio war", so der Zoo. Um welches Tier es sich handelte, sagte der Zoo nicht.

Vorfall "zum emotionalen Schutz" zunächst verschwiegen

Die Vorgänge seien dem Zoodirektor bereits bei der ersten Pressekonferenz am Neujahrstag bekannt gewesen. "Zum emotionalen Schutz der beteiligten Personen (Tierärztin, Tierpfleger, Polizei) wurde gemeinschaftlich mit den beteiligten Behörden entschieden, diese Informationen nicht zu kommunizieren", so der Zoo in der Mitteilung.

Der Brand in der Nacht zu Neujahr war laut den Ermittlungen der Polizei durch eine Himmelslaterne ausgelöst worden, die auf dem Dach des Affenhauses gelandet war. Drei Frauen haben gestanden, die Himmelslaternen gestartet zu haben. Gegen sie wird wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Mehr als 30 Tiere waren in den Flammen umgekommen.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa