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"Niemals wurden Hoffnung und Versöhnung mehr gebraucht", sagte Prinz William in Jerusalem.
"Niemals wurden Hoffnung und Versöhnung mehr gebraucht", sagte Prinz William in Jerusalem.(Foto: AP)
Donnerstag, 28. Juni 2018

Historische Geste in Jerusalem: Prinz William spricht sich für Versöhnung aus

Es ist der erste offizielle Besuch eines britischen Royals seit der israelischen Staatsgründung: Prinz William bereist den Nahen Osten und trifft dort auf wichtige Politiker der Krisenregion. Er nutzt die Reise für einen kleinen persönlichen Abstecher.

Der britische Prinz William hat während seines Besuchs im Heiligen Land die Altstadt von Jerusalem und das Grab seiner Urgroßmutter Alice im Ostteil der Stadt besucht. Es ist der erste offizielle Besuch eines Mitgliedes der britischen Königsfamilie im Heiligen Land seit der israelischen Staatsgründung vor 70 Jahren. Prinzessin Alice von Battenberg war die Mutter des Duke of Edinburgh, dem Ehemann von Queen Elizabeth II.

Prinz William am Grab seiner Urgroßmutter Alice in der Maria-Magdalena-Kirche auf dem Ölberg.
Prinz William am Grab seiner Urgroßmutter Alice in der Maria-Magdalena-Kirche auf dem Ölberg.(Foto: AP)

Der 36-jährige Prinz bereist den Nahen Osten seit Sonntag. In Jordanien traf er Kronprinz Hussein bin Abdullah, in Israel Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Präsident Reuven Rivlin. Am Mittwoch sprach er mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah.

Anschließend erklärte der Prinz in Jerusalem: "Im vergangenen Jahrhundert haben die Menschen im Nahen Osten große Trauer und Verluste erlitten. Niemals wurden Hoffnung und Versöhnung mehr gebraucht. (...) Meine Botschaft am heutigen Abend ist, dass Sie nicht vergessen werden", sagte er an die Palästinenser gerichtet.

Als ehemalige Mandatsmacht in Palästina hatte Großbritannien großen Einfluss auf die historischen Entwicklungen in der Region. Die Rede des Prinzen, der auf Platz zwei der Thronfolge steht, verstanden Beobachter vor allem als symbolische Geste. Im November 1917 hatte der britische Außenminister Arthur Balfour in einem Schreiben an den britischen Zionisten Lionel Walter Rothschild zugesichert, das Vorhaben einer nationalen Heimstätte für Juden in Palästina zu unterstützen. Die Erklärung bahnte den Weg für die Gründung des Staates Israel 1948.

Der Staatsgründung folgte allerdings auch ein Krieg mit den arabischen Nachbarn und die Flucht und Vertreibung von rund 700.000 Palästinensern. Auf palästinensischer Seite gilt das Schreiben daher als historischer Fehler. Abbas hatte im vergangenen Jahr die britische Regierung aufgefordert, auf ein Ende der israelischen Besatzung im Westjordanland und die Gründung eines palästinensischen Staates hinzuarbeiten.

Quelle: n-tv.de