Befragung zu Epstein-VerbindungProtokolle liefern Details zu Bill Gates' Seitensprüngen

Die US-Regierung veröffentlicht die Protokolle der Befragung von Bill Gates zur Causa Jeffrey Epstein. Seine Aussagen, wie nah er Epstein kam - und wie brisant die Verbindungen und Affären wirklich waren.
Vor zwei Wochen sagt Bill Gates vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses über seine Beziehung zu dem berüchtigten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein aus. Nun veröffentlicht das Gremium Gates' vollständigen Aussagen, und es wird deutlich, wie detailliert Gates nach seinen sexuellen Eskapaden befragt wurde.
Schon unmittelbar nach der Befragung hatte Gates gesagt, Epstein habe um seine außerehelichen Beziehungen gewusst und diese gegen ihn als Druckmittel eingesetzt. Aus dem Protokoll gehen auch weitere Namen von Frauen hervor, mit denen der Microsoft-Mitgründer und Philanthrop während seiner Ehe mit Melinda French Gates Beziehungen hatte.
Gates gab in der Befragung zu, eine Beziehung mit Alice Jacobs Nesselrodt gehabt zu haben, einer Unternehmerin im Medizinbereich mit einem Doktortitel der Harvard Medical School. Er bestätigte außerdem, dass er eine Beziehung mit Karima Nigmatulina, einer russischen Atomwissenschaftlerin, unterhielt. Demnach lernte er Nigmatulina durch ihre Arbeit auf dem Gebiet der "Krankheitsmodellierung und Kernspaltungsforschung" kennen. Zu dieser Zeit arbeitete sie für das Unternehmen TerraPower, in dem Gates eigenen Angaben zufolge ein "bedeutender Investor" war.
Gates bestätigte außerdem, dass er in London mit Nigmatulina Sex hatte und dies in den drei Millionen E-Mails von Epstein erwähnt wird, die Anfang dieses Jahres vom US-Justizministerium veröffentlicht wurden. Die Beziehung zu Jacobs, die derzeit ihr eigenes medizinisches Beratungsunternehmen Convergence Group leitet, habe vor 2010 begonnen.
Gezielte Anbahnung?
Bereits 2023 war eine Affäre von Gates mit der russischen Bridge-Spielerin Mila Antonova bekannt geworden. Die Ehe von Bill und Melinda French Gates galt lange als eine der bekanntesten Partnerschaften der Wirtschaftswelt und als skandalfrei. Nach 27 gemeinsamen Jahren verkündete das Paar 2021 seine Trennung.
Vor allem die Verbindung zu Jacobs Nesselrodt erscheint im Zusammenhang mit Epstein problematisch. Den Protokollen zufolge hatte Jacobs Nesselrodt erstmals im Oktober 2009 Kontakt zu Epstein aufgenommen. Sie soll ihm Boris Nikolic vorgestellt haben, einen aus dem ehemaligen Jugoslawien stammenden Immunologen und Biotech-Unternehmer, der später in die USA auswanderte. Er wurde später Chefberater für Wissenschaft und Technologie von Gates und spielte eine Schlüsselrolle bei dessen globalen Gesundheits- und Impfinitiativen. Und er war offenbar ein wichtiges Bindeglied zwischen Epstein und Gates.
Im Ausschuss wurde der Entwurf einer E-Mail verlesen, die Epstein offenbar im Jahr 2013 an sich selbst geschickt hatte und in der er über Jacobs Nesselrodt sprach. Der Betreff der E-Mail lautete: Bill. Sie schien aus der Perspektive von Nikolic geschrieben. In der E-Mail hieß es demnach: "Sie haben mir auch deutlich gemacht, dass ich Alice Jacobs nicht erwähnen soll, da dies ein anderes Thema ist, das zwischen uns beiden bleiben muss." Auf Nachfrage sagte Gates, dabei könne von seinem Verhältnis zu Jacobs Nesselrodt die Rede sein. Gates bestritt, mit einer der drei Frauen über Epstein gesprochen zu haben, gab aber zu, dass dieser von seinen Affären mit den Russinnen wusste, wahrscheinlich durch Nikolic.
In einer Epstein-Mail schien davon die Rede zu sein, dass sich Gates bei seinen außerehelichen Kontakten mit einer Geschlechtskrankheit angesteckt hat und auch plante, seine Frau Melinda ohne deren Wissen medizinisch zu behandeln. Dazu sagte Gates in der Befragung: "Ich hatte noch nie eine Geschlechtskrankheit." Er habe auch Nikolic seinen Penis nie beschrieben. "Ich habe zwar erwähnt, dass ich möglicherweise meine Besorgnis darüber geäußert habe, ob ich eine Geschlechtskrankheit haben könnte; daran kann ich mich aber nicht erinnern. Ich hatte aber nie eine Geschlechtskrankheit. Ich habe nie heimlich jemandem Medikamente gegeben."
Der Kontrollausschuss im US-Repräsentantenhaus soll das Missbrauchsnetzwerk des 2019 verstorbenen Finanzinvestors Epstein politisch aufarbeiten. Der Multimillionär aus New York hatte vor Jahrzehnten einen Missbrauchsring betrieben, dem viele Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll Epstein Minderjährige auch selbst missbraucht haben. 2019 war er mit 66 Jahren im Gefängnis gestorben. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt. Der 70-jährige Gates räumt ein, es sei eine "schwerwiegende Fehleinschätzung" gewesen, Epstein zu treffen. Kriminelles Verhalten habe er aber nie beobachtet.