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Zweite Runde geht los RKI meldet Rekordwert bei Impfungen

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Edith Kwoizalla war als erste geimpft worden. Nun bekam sie den zweiten Piks.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Nach dem schleppenden Auftakt verbessert sich das Impf-Tempo: Das RKI meldet fast 100.000 Impfungen pro Tag, erste Heimbewohner bekommen den zweiten Piks, das Moderna-Vakzin kommt zum Einsatz. Der Hersteller des ersten in der EU zugelassenen Impfstoffs hat derweil eine schlechte Nachricht.

Innerhalb eines Tages sind 94.654 Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft worden. Dies ist der bislang höchste Tageswert, der seit Beginn der Impfkampagne Ende Dezember vom Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelt wurde. Die Gesamtzahl der Impfungen näherte sich dem Bericht zufolge mit 961.682 der Millionengrenze. Auch am Donnerstag hatte das RKI mehr als 90.000 Impfungen gemeldet. Noch vergangene Woche wurden im Durchschnitt etwas mehr als 50.000 Menschen pro Tag immunisiert. Dabei geht es jeweils um die erste von zwei Injektionen, die für einen vollständigen Impfschutz erforderlich sind.

In Sachsen-Anhalt begann unterdessen bereits die zweite Impfrunde. In einem Halberstädter Seniorenzentrum bekam die 101-jährige Edith Kwoizalla als erste den zweiten Piks. Heimbetreiber Tobias Krüger zufolge ließen sich alle 40 Bewohnerinnen und Bewohner erneut impfen, die auch schon vor drei Wochen dazu bereit waren.

Moderna-Impfungen starten

Verwendet wird bislang in erster Linie das Produkt des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer. Am heutigen Freitag starteten in Deutschland die ersten Impfungen mit dem Impfstoff des US-Herstellers Moderna. Das Vakzin war vergangene Woche in der EU zugelassen worden.

Bei den Erstimpfungen wurde laut RKI bislang eine Quote von bundesweit 1,16 Prozent erreicht. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern wurden etwas geringer. Spitzenreiter bleibt Mecklenburg-Vorpommern mit einer Impfquote von 2,2 Prozent vor Schleswig-Holstein mit 1,82 Prozent. Schlusslicht ist nun Baden-Württemberg mit einer Quote von 0,84 Prozent hinter Thüringen mit 0,9 Prozent.

Um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, müssten Schätzungen zufolge allerdings mehr als 60 Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Gebremst wird die Impfkampagne derzeit vor allem durch den Mangel an Impfstoffen.

Ab kommender Woche sollen EU-Länder vorübergehend sogar noch weniger Dosen des Pfizer/Biontech-Impfstoffs bekommen als bisher: Pfizer informierte nach Angaben des Gesundheitsministeriums über anstehende Lieferkürzungen. Das Pharmaunternehmen wolle in der Zeit seine Produktionskapazitäten im belgischen Werk verbessern.

Grünes Licht für Marburger Werk

Unterdessen darf Pfizer-Partner Biontech in seinem neuen Werk in Marburg Corona-Impfstoff herstellen. Das zuständige Regierungspräsidium Gießen habe die Produktion des Mittels in der Anlage in der mittelhessischen Stadt genehmigt, teilte die hessische Landesregierung mit. Biontech kündigte an, dass es wie geplant beim Produktionsbeginn im Februar bleibe. Dem Unternehmen zufolge vergehen zwischen der Herstellung und Freigabe des kontrollierten Vakzins dann üblicherweise etwa vier Wochen.

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Im ersten Halbjahr 2021 sollen dann in Marburg 250 Millionen Dosen des Impfstoffes hergestellt werden. Als Gesamtmenge einer Jahresproduktion streben die Mainzer nach eigenen Angaben hier 750 Millionen Dosen an. Biontech hatte das Marburger Werk vor einigen Wochen vom Schweizer Pharma-Konzern Novartis übernommen. Die Anlage muss für die Impfstoffproduktion umgestellt werden. Der Marburger Produktionsstandort mit 300 Mitarbeitern gehört zu einem Pharma-Park, in dem mehrere pharmazeutische Firmen angesiedelt sind.

Quelle: ntv.de, uzh/AFP/dpa