Panorama

"Es wird nur noch besser"Regierungschef der Niederlande ermutigt bei Parade zu Coming-outs

01.08.2026, 15:18 Uhr
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Premier Rob Jetten (stehend) auf der "Canal Parade", die in diesem Jahr Teil der World Pride in Amsterdam ist. (Foto: IMAGO/ANP)

Erstmals findet die World Pride in Amsterdam statt. Der niederländische Premier nutzt die Feierlichkeiten, um jungen LGBTIQ-Personen einen Rat zu geben. Nach dem CSD-Anschlag in Berlin betont er zudem die Wichtigkeit, gegen Anfeindungen zu protestieren.

Bei der farbenprächtigen Pride-Parade auf den Amsterdamer Grachten hat der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten junge LGBTIQ-Personen aufgerufen, sich offen zu bekennen. Ein Coming-out sei nicht einfach, "aber sobald man diesen Schritt gewagt hat, wird es nur noch besser", sagte Jetten laut der Nachrichtenagentur ANP zum Auftakt der traditionellen "Canal Parade".

Der 39-Jährige ist der jüngste Regierungschef der Niederlande und der erste, der offen homosexuell lebt. Er ist seit Februar dieses Jahres im Amt.

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Feiern auf der World Pride in Amsterdam. (Foto: IMAGO/ANP)

Die Parade mit 80 bunt geschmückten Booten - einer der Höhepunkte der diesjährigen World Pride - sei ein großartiges Fest voller Freiheit und Spaß, sagte Jetten. Zugleich sei es wichtig, gegen Anfeindungen zu protestieren. "Das hat man beim Anschlag in Berlin letzte Woche gesehen." Die Akzeptanz der LGBTIQ-Gemeinschaft stehe weltweit unter Druck, sagte Jetten. "Und es ist wichtig, das heute zu zeigen."

Nach dem islamistisch motivierten Angriff auf den CSD in Berlin vor einer Woche hatte Amsterdam die Sicherheitsmaßnahmen für die mehrtägige World Pride verschärft. Die Veranstaltung ist eines der größten Events der weltweiten queeren Gemeinschaft und findet erstmals in den Niederlanden statt. In diesem Jahr findet sie kombiniert mit der Pride Amsterdam statt, die alljährlich im Sommer zelebriert wird.

Zehntausende auf Hamburger CSD

Allein zum Amsterdamer Bootskorso wurden laut Veranstaltern rund 500.000 Besucher erwartet. Beim Schutz aller Pride-Veranstaltungen würden Polizei, Staatsanwaltschaft und Stadtverwaltung eng zusammenarbeiten, sagte Bürgermeisterin Femke Halsema. "Ich habe Vertrauen in alle Maßnahmen, die wir ergriffen haben." Einzelheiten wurden nicht genannt.

Nur eine Woche nach dem blutigen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin zeigt unterdessen auch die queere Community in Hamburg Flagge. Zehntausende Menschen kamen zu einer Demonstration zum Christopher Street Day zusammen. Sie versammelten sich nahe dem U-Bahnhof Lübecker Straße.

Mit 60 Lastwagen als fahrende Bühnen von Unternehmen, Vereinen, Parteien und evangelischer Kirche setzte sich der Zug durch den Stadtteil St. Georg in Richtung Innenstadt in Bewegung. Das Motto lautet: "Solidarisch queer. Haltung zeigen - für eine Zukunft ohne Angst!". Die Veranstalter vom Verein Hamburg Pride erwarten rund 250.000 Teilnehmer. Die Hamburger Polizei hatte ihr Sicherheitskonzept nach dem Anschlag in Berlin überarbeitet. Es sollen doppelt so viele Beamte wie bei der Demonstration im vergangenen Jahr im Einsatz sein.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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