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30.200 Menschen akut infiziert Reproduktionszahl in Deutschland bleibt unter 0,8

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Eine Frau im Stuttgarter Hauptbahnhof trägt einen Mund-Nasen-Schutz.

(Foto: imago images/Arnulf Hettrich)

Fast 163.000 Menschen in Deutschland wurden inzwischen positiv auf das Coronavirus getestet. Fast 126.000 Menschen gelten allerdings als geheilt. Die Reproduktionszahl liegt derweil laut einer RKI-Schätzung deutlich unter 1.

In Deutschland sind derzeit fast 30.300 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das ergeben Berechnungen von ntv.de auf Grundlage von Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) und aus den Bundesländern. Insgesamt wurde demnach bis zum heutigen Samstag bei 162.770 Menschen eine Infektion festgestellt - das sind 774 mehr als am Vortag. Als genesen gelten 125.822 Menschen, was teilweise auf Schätzungen des RKI basiert. Mindestens 6660 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden, starben. Damit kamen im Vergleich zum Vortag 57 Todesfälle hinzu.

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Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des RKI bei 0,78. Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa 8 weitere Personen anstecken. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Coronavirus-Fälle. Zudem kommt es an Wochenenden teilweise zu Verzögerungen der Gesundheitsämter bei der Meldung neuer Fälle, weshalb die Zahlen dann zum Wochenbeginn wieder stärker steigen. In diesem Fall könnte sich dieser Effekt durch das lange Wochenende noch verstärken.

Sachsen-Anhalt lockert Beschränkungen

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 43.000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 1907 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 33.200 Fällen und mindestens 1268 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 32.200 bestätigten Fällen und mindestens 1413 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 329,2 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt liegt die sogenannte Inzidenz bei 196,1. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

Sachsen-Anhalt lockerte derweil als erstes Bundesland die wegen der Pandemie geltende Kontaktbeschränkung von zwei auf fünf Personen. Das teilte die Landesregierung nach einer Kabinettssitzung in Magdeburg mit. Sachsen-Anhalt setzt sich damit über die Bund-Länder-Vereinbarung vom Donnerstag hinweg, wonach die Kontaktbeschränkungen vorerst bis zum 10. Mai verlängert werden sollten.

Über das weitere Vorgehen, besonders hinsichtlich der Kontaktsperren, sollte eigentlich erst bei einem neuen Spitzengespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder am kommenden Mittwoch entschieden werden. Sachsen-Anhalt hat mit aktuell 333 Infizierten eine vergleichsweise geringe Fallzahl.

Quelle: ntv.de, mli/dpa