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Brutaler Kehraus für Fußball-WM Russen töten Straßenhunde

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Straßenhunde sind in Russland ein fester Bestandteil des lokalen Kolorits.

picture-alliance/ dpa

Herrenlose Hunde sind in Russland ein weitverbreitetes Problem. Bis zum Beginn der Fußball-WM soll sich das ändern. Tierschützer behaupten, dass dafür Todesschwadronen eingesetzt werden, um die Streuner regelrecht "abzuschlachten".

Es ist der wichtigste Termin für Fußball-Fans in diesem Sommer: Vom 14. Juni bis 15. Juli findet in Russland die Weltmeisterschaft statt. Das Gastgeberland sieht sich eigenen Angaben zufolge bestens gerüstet für das Sport-Highlight des Jahres.

Doch nicht alle Probleme scheinen gelöst. In den WM-Gastgeberstädten sollen heimatlose Tiere, meist Hunde, mit grausamen Methoden bekämpft werden. Wie der britische "Mirror" berichtete, werden dafür Todesschwadronen eingesetzt, um die Streuner regelrecht "abzuschlachten". In einigen WM-Gastgeberstädten wurden Tierschützern zufolge bereits Ausschreibungen im Wert von 110 Millionen Rubel (1,57 Millionen Euro) unterzeichnet, um einen sogenannten "Hunde-KGB" zur Durchführung der Tötung zu entsenden, heißt es weiter.

Ekaterina Dmitrieva, Direktorin der City Animal Protection Foundation, rief eine Petition ins Leben, in der sie Russlands Präsident Wladimir Putin auffordert, die weit verbreitete Tötung von Hunden in Wolgograd zu stoppen. Weiter heißt es: Die elf Gastgeberstädte "werden im Blut heimatloser Tiere ertrinken". Die Aktivisten sind wütend, dass der Fußball-Weltverband Fifa die Augen vor den "Metzgern" verschließt und sich weigert, die russische Regierung wegen des "Skandals" zu bedrängen.

"Straßensäuberung" wie in der Ukraine?

Zwei Millionen Streunertiere sollen schätzungsweise in den WM-Austragungsorten leben. Dem Bericht zufolge warnen die Tierschützer davor, dass dieselbe Strategie der "Straßensäuberung" angewendet werden würde wie bereits zur Fußball-EM 2012. Nach Schätzungen der Tierrechtsorganisation Peta wurden damals allein in der ukrainischen Region Donezk circa 7000 Hunde monatlich grausam getötet. Das Hauptziel der Hundefänger sei gewesen, so viele herrenlose Tiere wie möglich zu fangen und anschließend auf die billigste Art und Weise zu töten.

Weil Peta aktuell keine Mitarbeiter vor Ort in Russland habe, könne man nicht auf solide, belastbare Quellen zurückgreifen, und daher die Aussagen der russischen Aktivisten weder bestätigen noch dementieren, stellte Peta-Pressereferentin Valeria Goller nach einer Anfrage unserer Redaktion klar.

Die Behauptungen der Aktivisten um Dmitrieva stehen im Widerspruch zum Vorgehen des stellvertretenden Premierministers Vitaly Mutko. Putins ehemaliger Sportminister, der in Kontroversen über den russischen Doping-Skandal verstrickt war, hatte die Gastgeberstädte kürzlich angewiesen, vorübergehende Tierheime für die Streuner in diesen Gebieten einzurichten.

Das Geld sei bereits ausgegeben und dafür verwendet worden, Teams und Gifte zu bezahlen, um die heimatlosen Tiere auszulöschen, beharren die Tierschützer.

Quelle: n-tv.de, dsi

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