Panorama

Für bestimmte Risikopatienten STIKO empfiehlt Booster-Impfung

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Die zusätzliche Impfdosis soll das Immunsystem nochmals gegen Coronaviren stärken.

(Foto: picture alliance / photothek)

Seit rund drei Wochen können Senioren ihre Corona-Impfung auffrischen lassen. Doch erst jetzt spricht sich die Ständige Impfkommission für die Booster-Impfung aus - allerdings nur für bestimmte Risikogruppen. Die EU-Behörde EMA will Anfang Oktober über die Drittimpfung von Biontech/Pfizer entscheiden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Corona-Auffrischungsimpfungen bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Eine Empfehlung für die sogenannten Booster nach Altersgruppen gebe das Gremium derzeit noch nicht, sagte der STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens.

Bei der STIKO-Empfehlung geht es laut Mertens um Menschen mit Immundefekten oder Erkrankungen, bei denen das Immunsystem medikamentös herunterreguliert wird, etwa bei Autoimmunerkrankungen oder nach einer Transplantation. Es soll aber innerhalb dieser Gruppen je nach Ausmaß der Immunsuppression differenziert werden, sagte Mertens. So solle sich der Zeitpunkt der Impfung danach richten, wie weit das Immunsystem geschwächt sei. "Wann für Nichtrisikopatienten eine Auffrischungsimpfung nötig sein wird, ist wissenschaftlich deutlich schwerer zu beantworten", sagte Mertens. "Die Entscheidung über eine Empfehlung dazu wird zumindest noch etwas dauern."

STIKO-Mitglied Fred Zepp erklärte dazu, die STIKO werde mit Unterstützung des Robert-Koch-Instituts prüfen, wie häufig und wie ausgeprägt Covid-19-Erkrankungen aktuell in höheren Altersgruppen auftreten. "Sollte sich herausstellen, dass es ab einem bestimmten Alter gehäuft zu Impfdurchbrüchen kommt, könnte es auch zu einer allgemeinen Impf-Empfehlung etwa ab 60, 70 oder 80 Jahren kommen", sagte Zepp den Funke-Zeitungen. Gültig werde die aktuelle Empfehlung, sobald sie veröffentlicht sei, sagte Mertens, er rechne damit in einigen Tagen. Das übliche Verfahren mit Stellungnahmen verschiedener Institutionen und Experten sei bereits gelaufen.

Vor rund drei Wochen waren die Auffrischungsimpfungen für Senioren und immungeschwächte Menschen bereits ohne STIKO-Empfehlung bundesweit gestartet. Dabei erhalten vollständig geimpfte Menschen eine weitere Dosis eines zugelassenen Impfstoffs. Damit soll das Immunsystem nochmals gegen Coronaviren gestärkt werden.

EMA prüft Antrag auf Zulassung

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft zur Zeit einen Antrag der Impfhersteller Pfizer und Biontech für eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus. Das teilte die Behörde in Amsterdam mit. Dieser sogenannte Booster zum Schutz vor einer Infektion könnte vollgeimpften Personen ab 16 Jahre und frühestens sechs Monate nach der zweiten Impfdosis gespritzt werden.

Nach Bewertung der vom Hersteller vorgelegten Daten will die EMA Anfang Oktober über den Antrag entscheiden. Neben Deutschland bieten weitere Länder bereits die dritte Impfdosis an, allerdings vorerst nur für Patienten mit einem besonders geschwächten Immunsystem.

Hersteller haben nach Angaben der EMA bisher noch keinen Antrag auf Zulassung von Impfstoffen für Kinder unter elf Jahre gestellt. Die Behörde erwartet jedoch, dass Pfizer erste Daten zur Prüfung Anfang Oktober übermittelt. Das Unternehmen Moderna wolle diese im November vorlegen. Die Impfstoffe beider Hersteller sind bisher als einzige auch für Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen.

Quelle: ntv.de, chf/dpa

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