Panorama

"Sehr langsame Geschwindigkeit"Schlepperverband mit Wal bewegt sich auf Fehmarn zu

29.04.2026, 07:13 Uhr
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Für den einst gestrandeten Wal in der Ostsee sieht es derzeit gut aus. Das Tier befindet sich in einer Barge und kommt voran. Bis von einer Rettung gesprochen werden kann, ist es aber noch ein weiter Weg.

Auf seiner Reise Richtung Nordsee wird der Lastkahn mit dem gestrandeten Buckelwal an Bord nun von einem anderen Schiff weitergezogen. Die "Fortuna B" hat am Morgen vor 7 Uhr als Schleppfahrzeug übernommen, wie ein Mitglied der privaten Initiative, das an Bord ist, sagte. Der Transport bewege sich mit "sehr langsamer Geschwindigkeit" in Richtung Fehmarn, sagte zuvor ein Sprecher der begleitenden Wasserschutzpolizei.

Am Dienstagabend hatte zunächst der Schlepper "Robin Hood" die Barge – also eine Art schwimmendes Becken – mit dem Wal am Ausgang der Kirchsee vor der Insel Poel übernommen. Anschließend fuhr er samt dem mit Wasser gefüllten Lastkahn in die Wismarbucht und weiter hinaus auf die offene Ostsee. Begleitet wurde er von dem Mehrzweckschiff "Fortuna B", das nun die Schleppaufgabe übernimmt. Laut dem Schiffs-Ortungsdienst VesselFinder befand sich der Verband gegen 8 Uhr östlich vor Fehmarn am Morgen. 

Minister kommen die Tränen

Mit der Verlegung des Wals in die Barge ging die Rettungsaktion am Dienstag in die entscheidende Phase. Mehrere Stunden lang hatten Helfer das Tier in eine eigens gebaggerte Rinne bugsiert. Mitglieder des Teams zogen den Wal mit Gurten zu der Barge. Um 14.45 Uhr war das Tier schließlich in dem abgesenkten Kahn. Anschließend wurde ein Netz aufgespannt, um zu verhindern, dass der Wal wieder herausschwimmt. Kleinere Boote schoben die Barge dann hinaus aus der Kirchsee in die Wismarbucht, wo sie vom Schlepper "Robin Hood" auf den Haken genommen wurde.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus zeigte sich nach der geglückten Aktion erleichtert. "Mir fällt wirklich ein Stein vom Herzen", sagte er im Hafen von Kirchdorf. "Ich war auch kurz davor, ins Wasser zu springen, um ihm noch auf den letzten Metern mitzuhelfen." Der Minister gestand, er habe auf dem Schiff, von wo er die Aktion beobachtete, geweint.

Nach der Aktion fielen sich die Helfer der privaten Rettungsinitiative im Hafen in die Arme, bei manchem rollte eine Träne der Erleichterung nach bangen Wochen voller Anspannung. Bei ihrer Ankunft im Hafen von Kirchdorf wurden sie von den Anwesenden teils mit Jubel und Klatschen empfangen. "Die Hoffnung haben wir nie aufgegeben", sagte eine Schaulustige vor Ort.

Experten hatten vor der Bergung Zweifel am Sinn des Unterfangens geäußert. "Der Allgemeinzustand des Wals hat sich weiter verschlechtert", betonten Wissenschaftler. Um den Gesundheitszustand des Wals zu überwachen, sollten nach Angaben der privaten Initiative Veterinärmediziner das Tier auf dessen mehrtägiger Reise in Richtung Nordsee begleiten.

Wollte der Wal stranden?

Offen ist nach Expertenansicht auch, ob der Wal den Transport überstehen wird und ob er in der Nordsee oder im Atlantik wieder in Freiheit leben kann. Wissenschaftler vermuten, dass er vor seiner Strandung immer wieder flaches Wasser aufgesucht hatte, weil er geschwächt war und sich ausruhen wollte.

Der Buckelwal war nach Angaben der Behörden erstmals Anfang März in Küstennähe aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar. In der Nacht zum 23. März strandete er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein. Zwar gelang es dem Tier, das flache Wasser über eine ausgehobene Rinne zu verlassen. Danach nahm es aber nicht Kurs aufs offene Meer und Richtung Norden, sondern schwamm wieder Richtung Wismar.

Schließlich schwamm es in die Kirchsee genannte flache Bucht der Insel Poel. Dort strandete es erneut, schwamm sich zwischenzeitlich frei, lag aber wenige Stunden später am Ausgang der Bucht wieder fest. So kam es zu der nun laufenden Rettungsvariante.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

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