Glatteis-Warnung im NordostenSchnee legt ÖPNV und Flugverkehr in Berlin teils lahm

Der Neuschnee kommt mit Ansage und trifft im Nordosten auf einen bereits vorhandenen Eispanzer. Zusammen beeinträchtigen sie vor allem in Berlin den Nah- und Flugverkehr erheblich. Sorgen müssen sich Menschen auch in anderen Regionen machen.
Nach reichlich Schnee und Glätte in mehreren Bundesländern müssen sich an diesem Donnerstag besonders die Menschen im Osten Deutschlands auf glatte Wege und Straßen einstellen. ntv-Meteorologe Oliver Klein erwartete vor allem für Sachsen, im östlichen Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin gebietsweise Glatteis durch gefrierenden Regen. Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr seien möglich.
Eis und Glätte führten am Morgen bereits zu Einschränkungen im Berliner U-Bahnnetz. Die Linien U2 und U3 sind den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) zufolge teilweise unterbrochen. Auch Tram- und Buslinien sind von Einschränkungen betroffen. Zudem hat die S-Bahn mit Weichenstörungen zu kämpfen.
Viele Straßen Berlins sind allerdings noch ungeräumt. Eine Sprecherin der Berliner Stadtreinigung (BSR) entgegnete gegenüber rbb24, dass seit 3 Uhr morgens rund 2300 Kräfte des Winterdienstes mit Fahrzeugen im gesamten Stadtgebiet im Einsatz seien, um die Straßen freizuräumen. Da der Schneefall weiterhin anhält, sei eine flächendeckende Räumung jedoch eine Herausforderung.
Am Hauptstadtflughafen BER fallen derzeit alle Starts aus, wie es auf der Website heißt. Die Landungen erfolgen teils mit Verspätung. Am Berliner Flughafen BER können wegen Eis am Morgen keine Flugzeuge starten. "Aktuell finden am Flughafen BER aufgrund der Witterungsverhältnisse keine Starts statt", sagte eine Sprecherin. Aufgrund schnell gefrierenden Regens sei eine Enteisung der Flugzeuge derzeit nicht möglich.
Davon seien derzeit nur Starts betroffen, Flugzeuge in der Luft könnten derzeit am BER landen. Wie lange keine Maschinen an dem Flughafen abheben können, sei noch nicht klar. Passagiere müssten mit Flugausfällen sowie massiven Verspätungen rechnen und seien gebeten, bei den Airlines den Flugstatus zu prüfen.
In Ostsachsen hat das Wetter bereits zu vielen Unfällen geführt. "Es ist ordentlich was los auf den Straßen", sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Görlitz. Demnach sind aktuell mehr als 30 Unfälle auf die Glätte zurückzuführen. Verletzte gebe es bislang nicht.
Besonders betroffen ist auch der Landkreis Bautzen. In Hoyerswerda und Umgebung ist der komplette Busverkehr zum Erliegen gekommen. "Die Fahrzeuge kommen teilweise kaum vom Hof, spätestens auf den Straßen ist dann Schluss", sagte ein Sprecher der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda. Teils liege ein dicker Eispanzer auf der Straße.
Amtliche Unwetterwarnungen des DWD gelten bis zum Morgen für Teile von Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg und Berlin. Die Menschen wurden aufgefordert, äußerst vorsichtig zu sein und den Aufenthalt im Freien sowie Fahrten mit dem Auto zu vermeiden oder das Verhalten im Straßenverkehr anzupassen. Auf allen Verkehrswegen seien Einschränkungen möglich. Es bestehe Gefahr für Leib und Leben.
Warnung vor Glatteis und Unwettern
Von der Nordseeküste bis an den Alpenrand: Glatte Straßen erwartet der Wetterdienst auch für viele andere Teile des Landes. Wegen des Winterwetters fällt auch am Donnerstag in mehreren Regionen Niedersachsens der Präsenzunterricht aus. Auch im Laufe des Tages bestehe im Osten gebietsweise Gefahr von Glatteis durch gefrierenden Regen - örtlich seien auch Unwetter möglich.
Schneien soll es am Morgen laut DWD vor allem in Niedersachsen. Tagsüber sei dann vor allem in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls Neuschnee möglich. Erwartet werden Mengen zwischen ein und fünf Zentimeter, in Vorpommern auch etwas mehr.
Die Temperaturen liegen dabei laut ntv-Meteorologe Klein bei minus zwei bis null Grad im Osten und Nordosten. Im Rest des Landes seien null bis elf Grad möglich. Bereits die vergangenen Tage hatte sich Deutschland bei der Wetterlage zweigeteilt gezeigt: Frost im Nordosten mit Minusgraden und teils zweistellige Höchstwerte im Westen, Südwesten und am zeitweise föhnigen Alpenrand.
Grund für die Glatteisgefahr ist eine Großwetterlage, wie sie schon seit Wochen besteht: Über dem Norden und Osten Europas besteht hoher Luftdruck, im Westen und Süden tiefer ("Romina II"). Aus dem Hoch "Daniel" fließe am Boden kalte Luft aus Ost- und Norddeutschland, in der Höhe dagegen milde und feuchte Luft, die auch Niederschläge mit sich bringe. Die Kombination bringt die Gefahr von Glatteis, sagte Oliver Klein.
Schnee und spiegelglatte Straßen hatten bereits in der Nacht zum Mittwoch und dann tagsüber in vielen Teilen Deutschlands zu Unfällen, langen Staus und Problemen im Bahnverkehr geführt. Bei der Deutschen Bahn gab es am Mittwoch viele Ausfälle und Verspätungen im Fernverkehr. In mehreren Bundesländern fiel der Präsenzunterricht an Schulen aus - so in Teilen Hessens, Niedersachsens und in Bremen.