Panorama

Kein Ende in Sicht Schneechaos in Deutschland geht weiter

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In Deutschland hat es lange nicht mehr so viel geschneit.

(Foto: picture alliance/dpa)

Massive Schneefälle und Eiseskälte halten Teile Deutschlands weiterhin in Schach. Vielerorts bleibt der Zugverkehr eingestellt, in Kassel muss der Hauptbahnhof geschlossen werden. Dem Süden bleibt das Chaos-Wetter bisher erspart - aber nicht mehr lange.

Extremes Winterwetter mit Schnee und Eis beherrscht weiterhin große Teile Deutschlands. Auf Straßen und Schienen kam es erneut zu Stillstand. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer rechnet weiter mit Beeinträchtigungen. "In vielen Regionen Deutschlands beginnt die Lage sich allmählich zu beruhigen. Bis alles wieder seinen gewohnten Gang geht, kann es aber noch etwas dauern. Strecken- und gebietsweise bleiben Beeinträchtigungen", sagte der CSU-Politiker. Deshalb werde es selbst bei nachlassendem Schneefall noch ein paar Tage ruckeln. "Der Schnee geht, der Frost bleibt. Darauf sollten sich alle einstellen."

Bei der Bahn bleibt der Fernverkehr auf einigen Strecken komplett eingestellt. In Bayern rief die Stadt Nürnberg den Katastrophenfall aus, nachdem es ausgerechnet bei den derzeitigen Minusgraden zu einem Brand in einem Großkraftwerk gekommen war, was die Belieferung von etwa 15.000 Menschen mit Fernwärme beeinträchtigte. Am Abend gab es aber Entwarnung. In Sachsen-Anhalt wurde ein Mann leblos neben seinem Traktor im Schnee gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 69-Jährige erfroren ist, wie die Polizei mitteilte. Hilfsorganisationen in Deutschland wiesen derweil auf die lebensbedrohliche Lage von Obdachlosen hin, deren Versorgung wegen der Corona-Pandemie ohnehin erschwert sei.

In Kassel wurde nach starken Schneefällen der Hauptbahnhof gesperrt. Derzeit werde mit Hochdruck daran gearbeitet, den Betrieb wieder aufzunehmen, teilte ein Sprecher der Bahn mit. Der Schnee auf den Dächern der Bahnsteige müsse in mehreren Schichten abgetragen werden. Bis zum Mittwoch sollen die Zugänge zu den Bahnsteigen schrittweise freigegeben werden.

Entspannung nicht in Sicht

Der massive Wintereinbruch hat auch Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt in Norddeutschland. Von Mittwochabend an werden der Mittellandkanal und der Elbe-Seitenkanal für die Schifffahrt gesperrt, wie das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Braunschweig mitteilte. Der Mittellandkanal ist mit gut 320 Kilometern Länge die längste künstliche Wasserstraße in Deutschland. Er zweigt westlich von Osnabrück aus dem Dortmund-Ems-Kanal ab und mündet in Hohenwarte bei Magdeburg. Der Elbe-Seitenkanal verbindet die Elbe mit dem Mittellandkanal.

Bereits seit dem Wochenende lähmen Schnee und Eis weite Teile Deutschlands. Zwar soll es nun insgesamt weniger schneien, die Temperaturen bleiben aber im Eiskeller. "Hoch 'Gisela' sorgt mit einer nordöstlichen bis östlichen Strömung auch in den nächsten Tagen für verbreitet frostige Temperaturen tagsüber und nachts für strenge, über Schnee bei Aufklaren auch sehr strenge Fröste um minus 20 Grad", erläuterte DWD-Meteorologe Jens Bonewitz. Von Donnerstag an werde sich - anders als bisher - auch im Süden Deutschlands die Kaltluft komplett durchsetzen.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa