Panorama

Von Johnson bis Obama Schneider des US-Präsidenten gestorben

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George de Paris stickte auch das Monogramm des Präsidenten mit in den handgefertigten Anzug.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Er kleidete die mächtigsten Menschen der Welt ein. Nun ist George de Paris im Alter von 81 Jahren verstorben. Seine maßgeschneiderten Anzüge sind millionenfach fotografiert - denn jeder US-Präsident seit Johnson vertraute dem Franzosen.

Der langjährige Schneider der US-Präsidenten ist tot. Im Alter von 81 Jahren starb der gebürtige Franzose Georges de Paris bei Washington, wie ein enger Freund mitteilte. Der im südfranzösischen Marseille geborene Schneider, der 1960 im Alter von 27 Jahren in die USA gekommen war, arbeitete demnach noch zwei Monate vor seinem Tod in seinem Geschäft in der Nähe des Weißen Hauses. Der anfangs in den USA in erbärmlichen Verhältnissen lebende Georges de Paris war erst später als Schneider der US-Präsidenten berühmt geworden.

Mit einem Schneider-Diplom in der Tasche war Georges de Paris einer Frau zuliebe in den USA ausgewandert und zunächst de facto in der Gosse gelandet. Ohne einen Cent musste er betteln und auf einem Parkplatz im Zentrum von Washington schlafen, wie er einst erzählte. Durch Glück fand er einen Job, kaufte sich eine eigene Nähmaschine und machte sich selbstständig.

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Ein Abgeordneter namens Otto Passman, für den er einen Anzug schneiderte, gab dann seine Adresse an den damaligen Vize-Präsidenten Lyndon Johnson weiter, der später selbst Präsident wurde. Jimmy Carter, George Bush, Bill Clinton und George W. Bush zählten ebenfalls zu seinen Kunden. Zuletzt fertigte er auch maßgeschneiderte Anzüge für Barack Obama und den ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan. Ex-Präsident Ronald Reagan trug einen seiner Anzüge als 1981 ein Attentat auf ihn verübt wurde.

Georges de Paris litt nach Angaben seines Freundes seit zwei Jahren an einem Hirntumor. In einer kurzen Dokumentation über sich sagte der 81-Jährige: "Ich sage immer, wenn du eine Wahl gewinnen willst, musst du meine Anzüge tragen."

Quelle: n-tv.de, lsc/AFP