Panorama

Amok-Verdacht in Ludwigsburg Schüler teilte Gewaltgedanken bei Instagram

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Auf Instagram Fotos von Waffen hochzuladen, ist nicht verboten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wie konkret die Amokpläne des Schülers aus Baden-Württemberg tatsächlich waren, ist zwar noch immer nicht klar - dass der 15-Jährige aber nicht nur Bomben bastelte, sondern sie auch am "lebendigen Körper" testen wollte, räumte er öffentlich im Netz ein.

Der 15-jährige Schüler aus dem Kreis Ludwigsburg, der am Dienstag wegen Amok-Verdachts festgenommen wurde, war unter dem Namen "Diabolic Psychopath" - zu deutsch: "teuflischer Psychopath" - bei der Foto-Plattform Instagram angemeldet. Einem "Spiegel"-Bericht zufolge soll er Fotos von Messern, Schusswaffen und offenbar selbst gebauten Bomben hochgeladen haben. Zu letzteren habe er sämtliche chemische Bestandteile aufgezählt.

Eines dieser Videos habe er mit den Worten kommentiert: "Ich wünschte, ich könnte meine Brandbomben an einem lebendigen Körper testen. Ich würde so gerne die verbrannte Haut und den Ruß auf dem Fleisch sehen." Die Polizei war nach einem Zeugenhinweis auf den Jugendlichen aufmerksam geworden, weil er sich in einem Forum für Ego-Shooter mit dem 18-jährigen David S. über Waffen ausgetauscht und Amokläufe - etwa von Anders Behring Breivik - verherrlicht hatte.

Bei einer Hausdurchsuchung hatten Beamte Waffen, größere Mengen Chemikalien und Pläne von den Fluchtwegen an seiner Schule gefunden. Auch eine Schutzweste und Utensilien zur Maskierung waren entdeckt worden. Der 15-Jährige soll sich zwar von Amokplänen distanziert haben, dennoch gingen die Behörden von "einer erheblichen Gefährdungssituation aus", wie es hieß. Wie der "Spiegel" weiter berichtet, hatte er in einem Computerspiel das örtliche Robert-Bosch-Gymnasium nachgebaut - offenbar die Schule, die er besuchte.

Noch 24 Stunden vor dem Amoklauf von David Ali S., der in München neun Menschen und sich selbst tötete, soll der 15-Jährige ein Bild von einer Softairpistole auf Instagram hochgeladen und geschrieben haben: "Was macht mehr Spaß als ein bisschen Training im Wald?" Mittlerweile ist der Junge in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Besaß David. S eine zweite Waffe?

Derweil gehen die Ermittler nach dem Amoklauf von München Hinweisen nach, wonach David Ali S. eine zweite Waffe besessen haben könnte - Zeugen wollen bei dem 18-Jährigen eine silberne gesehen haben. Die Glock-Pistole, mit der S. vor einer Woche um sich schoss, ist schwarz.

Zudem soll sich der Deutsch-Iraner laut "Spiegel" auch in einem Forum im Internet nach Munition für eine Waffe vom Kaliber 45 erkundigt haben. Auch das ist dem Bericht zufolge ein Hinweis auf eine mögliche zweite Waffe. Eine Sonderkommission zu dem Amoklauf bearbeitet derzeit 1750 Hinweise. Der Amoklauf hielt die bayerische Landeshauptstadt für Stunden im Griff.

Quelle: ntv.de, jug/AFP