Viel weniger Studenten gefördertSo wenige Bafög-Empfänger wie zuletzt vor 25 Jahren

Es sind allein sieben Prozent weniger als im Jahr zuvor: Die Zahl der Schüler und Studenten, die Bafög erhalten, sinkt 2025 deutlich. Auch die Förderung durch den Bund ist rückläufig.
Die Zahl der Bafög-Empfänger ist auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000 gesunken. 2025 erhielten rund 570.000 Personen diese staatliche Förderung. Das waren sieben Prozent oder 42.700 weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Seit dem Höchststand im Jahr 2012 mit fast einer Million Geförderten ist die Zahl damit nahezu durchgehend gesunken. Die Ausgaben des Bundes für das Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) sanken im vergangenen Jahr um vier Prozent auf drei Milliarden Euro.
Der Rückgang betraf vor allem Studenten. Deren Zahl unter den Bafög-Empfängern sank um acht Prozent auf 443.100. Bei den Schülern ging die Zahl hingegen nur leicht um 1,6 Prozent zurück. Dagegen stiegen die durchschnittlichen Förderbeträge. Im Durchschnitt erhielten geförderte Studenten im Jahr 2025 monatlich 682 Euro. Das waren 25 Euro mehr als im Vorjahr. Für Schüler lag der durchschnittliche Förderungsbetrag bei 552 Euro - 13 Euro mehr.
Die Höhe der staatlichen Unterstützung ist unter anderem abhängig von der besuchten Ausbildungsstätte, der Wohnsituation sowie vom Einkommen der Geförderten und ihrer Eltern. Der Bafög-Grundbedarf liegt aktuell bei 475 Euro. Zusammen mit der Wohnkostenpauschale kommen Empfänger auf bis zu 855 Euro.
Regen Zuspruch fanden den Angaben zufolge die mit der Reform eingeführten neuen Förderinstrumente. So nutzten 33.700 Studierende das neue "Flexibilitätssemester", das eine Förderung über die Höchstdauer hinaus ermöglicht. Zudem erhielten 11.600 junge Menschen aus einkommensschwachen Familien zum Studienstart die neue einmalige Studienstarthilfe von 1000 Euro.
Lebenskosten steigen rasant
Studentenwerke und Sozialverbände kritisieren, dass die Fördersätze und die Einkommensfreibeträge der Eltern trotz jüngster Anpassungen nicht mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten Schritt hielten - etwa mit den stark angezogenen Mieten in vielen Städten. Die aktuelle Wohnkostenpauschale von 380 Euro stehe in keinem Verhältnis zu den durchschnittlichen Mieten für ein einfaches WG-Zimmer von 512 Euro, bemängelte kürzlich das Deutsche Studierendenwerk. Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamts geben Studenten, die nicht mehr im Elternhaus wohnen, im Schnitt mehr als die Hälfte ihres Haushaltseinkommens für Wohnkosten aus.
Die Regierungskoalition in Berlin wollte das Bafög eigentlich anheben. So war es im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD vereinbart. Im Juli wurde dann aber beschlossen, die geplante Bafög-Reform in Teilen zu verschieben. Mehr Geld gibt es nun erst im nächsten Sommersemester statt bereits im kommenden Wintersemester. Das ist der Kompromiss, auf den sich die schwarz-roten Koalitionsfraktionen im Bundestag nach langem Hin und Her geeinigt haben.