Panorama

Missbrauch von Bergisch Gladbach Soldat muss sich vor Gericht verantworten

Über Jahre sollen zwei Männer Kinder missbraucht und pornografische Aufnahmen angefertigt haben. Ein 43-jähriger Mann aus Bergisch Gladbach ist bereits angeklagt. Nun beginnt der zweite Prozess: Ein Bundeswehrsoldat soll sich 33 Mal an Kindern vergangen haben.

Im Kindesmissbrauchs-Komplex Bergisch Gladbach beginnt am Dienstag der landesweit zweite Prozess: Angeklagt ist ein 26-Jähriger wegen sexuellen Missbrauchs von kleinen Kindern in 33 Fällen. In zwei Fällen soll er sich mit einem Mann aus Bergisch Gladbach an einem Kind vergangen haben, wie das Landgericht im niederrheinischen Kleve mitteilte. Der Prozess gegen den Bundeswehrsoldaten findet vor der auswärtigen Strafkammer in Moers bei Duisburg statt. Es sind vier Verhandlungstage bis 26. Mai angesetzt.

Laut Anklage soll der Mann seine leibliche Tochter, den Stiefsohn und seine Nichte missbraucht haben. Daneben soll er sich auch an der Tochter des 43 Jahre alten Hauptverdächtigen aus Bergisch Gladbach vergangen haben. Dieser ist mittlerweile ebenfalls angeklagt. Bei den Ermittlungen gegen ihn waren die Beamten auf ein bundesweites Netzwerk von Verdächtigen gestoßen, die teilweise ihre eigenen Kinder missbraucht und Bilder der Taten getauscht haben sollen.

Der jetzt am Niederrhein angeklagte Soldat lebte nach Angaben des Gerichts bis Juni 2019 mit Ehefrau, Stiefsohn und Tochter in einer Wohnung im niederrheinischen Kamp-Lintfort. Der Mann soll laut Anklage vor allem die Zeit am Wochenende genutzt haben, wenn seine Frau arbeiten und er mit den Kindern alleine war. Er hatte sich nach früheren Angaben bereits im Juni vergangenen Jahres selbst angezeigt. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin auf Untersuchungshaft oder Hausdurchsuchungen verzichtet. Nach der Anzeige soll er noch seine kleine Nichte missbraucht haben.

Netzwerk aus Sexualstraftätern

Erst im Herbst, als die Ermittlungen zu einem großen Netz von Sexualstraftätern von Bergisch Gladbach aus ihren Anfang nahmen, rückte der Mann in den Fokus der Justizbehörden. Allein in NRW wird in dem Zusammenhang gegen mehr als 20 Personen ermittelt. Die Untersuchungen erstrecken sich aber mittlerweile über alle Bundesländer. Nach Angaben der Ermittler sind noch längst nicht alle Daten ausgewertet. In dem mutmaßlichen Netzwerk soll es einen Austausch über Chatgruppen gegeben haben.

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Ende April hatte der landesweit erste Prozess in Mönchengladbach begonnen. Zwei 39 Jahre alte Männer sind dort unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 79 Fällen angeklagt. Zwischen 2015 und 2019 sollen die beiden Deutschen aus Krefeld und Viersen am Niederrhein immer wieder zwei Mädchen vergewaltigt haben.

Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft am Landgericht Kleve Anklage gegen einen weiteren Beschuldigten erhoben. Der 61-Jährige lebte nach Angaben des Gerichts zuletzt in Xanten. Ihm wird zum Teil schwerer sexueller Missbrauch von Kindern in zehn Fällen vorgeworfen. Opfer soll die Tochter seiner Ex-Frau gewesen sein und seine leibliche Tochter, die er mit seiner Ex-Frau hat.

Quelle: ntv.de, hny/dpa