Panorama

Badeorte raten von Anreise ab Strände und Seen "platzen aus allen Nähten"

134593528.jpg

Unter anderem in Scharbeutz steht die Strandampel auf Rot.

(Foto: picture alliance/dpa)

Traumhaftes Sommerwetter zieht die Menschen im Nordosten an Seen und Strände. Doch der Platz ist begrenzt: An der Ostsee springt die Strandampel vielerorts auf Rot. In Berlin mahnt die Polizei: "Bitte machen Sie sich nicht mehr auf den Weg."

Die Berliner Polizei hat am bisher heißesten Wochenende des Jahres vor übervollen Ausflugszielen in der Hauptstadt und Umgebung gewarnt. "Parks, Seen, Strand- und Freibäder platzen aus allen Nähten", schreiben die Beamten auf Twitter. "Bitte bewahren Sie einen kühlen Kopf, halten Sie Abstand und tragen Sie Ihre Masken bei unvermeidbarer Nähe."

Die Polizei hat außerdem die Schließung mindestens einer Bademöglichkeit angedroht. Im Strandbad Müggelsee sei die Obergrenze für Gäste fast erreicht, warnt sie in einem weiteren Tweet. "Wer bisher kein Badeticket ergattern und seine Decke nirgendwo ausbreiten konnte, wird es schwer haben. Bitte machen Sie sich nicht mehr auf den Weg." Laut RBB war auch das Strandbad Wannsee "frühzeitig gut gefüllt".

Mit einem ähnlichen Problem kämpfen die Kur- und Badeorte an der Ostsee: Sie haben am Mittag dringend von weiteren Anreisen abgeraten. Viele Strände seien an ihrer maximalen Kapazität angelangt, teilten die Tourismus- und Kurdirektionen von Schleswig-Holstein mit. In der Lübecker Bucht sei es besonders voll. Auf strandticker.de stand die Strandampel am frühen Nachmittag bereits für 15 Strände oder Strandabschnitte auf Rot.

Tagestouristen nicht erlaubt

Ähnlich sah es auf Fehmarn aus: Laut Tourismusdirektion waren die vier konzessionierten Strände schon am Mittag gefüllt. Allerdings böten die Naturstrände der Insel noch genügend Platz. Von der Kurdirektion in Travemünde hieß es, dass aufgrund der breiten Strände noch ausreichend Raum für weitere Besucher vorhanden sei.

An der Nordsee war es vor allem in St. Peter-Ording eng. Dort waren allerdings verstopfte Zufahrten das Problem: Eine Anreise solle ab Mittag nicht mehr möglich sein, erklärte die Tourismusdirektion. Autos würden bereits abgeschleppt.

Auch die Badeorte in Mecklenburg-Vorpommern haben sich auf einen großen Gästeansturm eingestellt, obwohl Tagestouristen aus anderen Bundesländern wegen des Coronavirus eigentlich nicht einreisen dürfen. Das sind Besucher, die keine Übernachtung gebucht haben. Flächendeckende Kontrollen hat die Polizei zwar nicht angekündigt. Sie werde aber den Verkehr und die Belegung der Strände genau beobachten und notfalls eingreifen, hieß es in einer Mitteilung des Landkreises Rostock. Bei einem Verstoß drohen Bußgelder von mindestens 150 Euro.

Quelle: ntv.de, chr/dpa