Panorama

Überflutungen und erster Toter Taifun "Hagibis" stürmt Japan ins Chaos

Es sind die ersten Ausläufer, doch schon jetzt sind zahlreiche Landstriche verwüstet: Der besonders starke Taifun "Hagibis" bewegt sich unaufhaltsam auf das japanische Festland zu. Die Behörden warnen vor einer "schweren Katastrophe". Ein Mensch ist den Naturgewalten bereits zum Opfer gefallen.

Der außergewöhnlich starke Taifun "Hagibis" hat in Japan erste Schäden angerichtet und unter anderem zahlreiche Häuser überschwemmt. In Tokios Nachbarprovinz Chiba, wo bereits im September ein heftiger Taifun gewütet und zu massiven Stromausfällen geführt hatte, kam mindestens ein Mensch ums Leben. Bei dem Toten handele es sich um einen 49-Jährigen, dessen Kleinlaster in den Sturmböen umgestürzt sei. Dutzende wurden in den Sturmböen verletzt, wie der japanische Fernsehsender NHK meldete. In vielen Haushalten fiel der Strom aus.  

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Der Taifun bewegte sich über dem Pazifik auf das asiatische Inselreich zu und dürfte am Samstagabend (Ortszeit) auf Land treffen. Die Behörden riefen mehr als drei Millionen Menschen in der Hightechnation dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. In der Provinz Shizuoka standen Straßen und Häuser unter Wasser.

"Hagibis" erreicht nahe seines Zentrums Windgeschwindigkeiten von bis zu 234 Kilometern pro Stunde. Der Wirbelsturm könnte Tokio und andere Gebiete im Osten des Landes mit den schlimmsten Regenfällen seit jenem Taifun überziehen, der 1958 mehr als 1200 Menschen in der Region das Leben kostete. Zuletzt waren im September zwei Menschen bei einem Taifun in Japan ums Leben gekommen und mehr als 36.000 Wohnungen beschädigt oder zerstört worden.

Warnung vor "schwerer Katastrophe"

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In der Großstadt Ichihara südöstlich von Tokio haben Ausläufer von "Hagibis" bereits heftig gewütet.

(Foto: REUTERS)

"Hagibis" war das beherrschende Thema im japanischen Fernsehen. Immer wieder wurden die Menschen vor den Naturgewalten gewarnt und aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Der japanische Wetterdienst warnte insbesondere vor heftigen Regenfällen. Zudem könnten Springfluten Wohnhäuser und Gebäude entlang der Küsten überschwemmen, da der Sturm gleichzeitig mit der Flut zu Vollmond eintreffe. Es drohe eine "schwere Katastrophe".

Die Behörden warnten, dass Häuser in den starken Sturmböen einstürzen könnten. Manche Bewohner deckten die Dächer ihrer oft in Leichtbauweise errichteten Häuser vorsorglich mit blauen Plastikplanen ab, mancher verbarrikadierte die Fenster mit Brettern. Bahnbetreiber hatten frühzeitig Einschränkungen des Verkehrs für das Wochenende im Westen und Osten Japans einschließlich Tokio angekündigt. Unter den betroffenen Strecken ist auch die wichtigste Hochgeschwindigkeits-Zugverbindung zwischen Tokio und Nagoya.

Formel 1 und Flugzeuge stehen still

Fluggesellschaften strichen mehr als 1600 Inlandsflüge und rund 260 internationale Verbindungen: All Nippon Airways (ANA) setzte für Samstag bei sämtlichen Inlandsflügen sowie den meisten internationalen Flüge von und zu den Tokioter Flughäfen Haneda und Narita den Rotstift an. Auch Japan Airlines (JAL) entschied, die meisten Flüge am Samstag zu streichen. Viele Kaufhäuser in Tokio und Umgebung blieben am Samstag geschlossen. Auch Unternehmen wie die Autobauer Toyota und Honda ließen die Bänder in einigen ihrer Fabriken an dem Tag ruhen. Die Regierung in Tokio wies alle zuständigen Ministerien an, notwendige Maßnahmen im Umgang mit den Folgen des Taifuns zu treffen.

Aus Sorge vor den drohenden Auswirkungen des Taifuns findet zudem die Formel-1-Qualifikation zum Grand Prix von Japan erst am Rennsonntag statt. Alle für den Samstag auf dem Suzuka International Racing Course geplanten Aktivitäten wurden abgeblasen. Auch zwei Spiele bei der laufenden Rugby-Weltmeisterschaft in Japan mussten abgesagt werden. n-tv Meteorologe Björn Alexander rechnete am Freitagnachmittag damit, dass sich "Hagibis" bis zum Sonntag abschwächen werde. "Allerdings dürften die Winde in ihren Spitzen weiter hohe Geschwindigkeiten von 150 bis 200 Kilometer pro Stunde erreichen", sagte er.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/AFP

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