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Fukushima-Gau dauert noch Monate Tepco legt Zeitplan vor

Ein schnelles Ende der Probleme am zerstörten Kernkraftwerk Fukushima Eins wird es nicht geben. Erst in sechs bis neun Monaten sollen die Reaktoren dort stabilisiert sein, kündigt Betreiber Tepco an. Die Regierung hatte eine Prognose zum Zeitplan eingefordert. Derweil mühen sich die Arbeiter, eine Wasserstoffexplosion in den Reaktoren 1, 2 und 3 zu verhindern.

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Regierungssprecher Edano gibt eine Presseerklärung in der Sperrzone ab. Einen Schutzanzug trägt er dabei nicht.

(Foto: dpa)

Die Betreiberfirma des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima hat einen Zeitplan für die Bewältigung der Krise vorgelegt. Es werde voraussichtlich etwa drei Monate dauern, durch das Schließen von Lecks das Austreten von Radioaktivität aus der Anlage im Nordosten des Landes zu verringern, sagte Tepco-Chef Tsunehisa Katsumata in Tokio. Danach werde es wohl noch weitere drei bis sechs Monate dauern, "bis wir die radioaktiven Lecks auf ein sehr geringes Maß zurückfahren können", indem die Temperatur in den Reaktoren und in den Abklingbecken für gebrauchte Brennstäbe gesenkt werde.

Vorerst konzentrieren sich die Einsatzkräfte laut Tepco darauf, eine Wasserstoffexplosion in den Reaktoren 1, 2 und 3 zu verhindern, indem Stickstoff hineingepumt werde. Ein weiterer Schwerpunkt des Einsatzes in der nächsten Zeit sei es, ein weiteres Auslaufen radioaktiv verseuchten Wassers in die Umwelt zu unterbinden.

US-Außenministerin Hillary Clinton versicherte Japan die weitere Unterstützung ihre Landes. Man werde alles tun, um Japan in der Atomkrise zu helfen, sagte Clinton bei einem Besuch in Tokio.

Roboter untersuchen Reaktoren

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Helfer suchen noch immer nach Verschütteten nach dem Tsunami.

(Foto: dpa)

Derzeit werden ferngesteuerte Roboter eingesetzt, um in Reaktor 3 die Strahlendosis, Temperatur und Sauerstoffkonzentration zu messen. Tepco will sicherstellen, dass Arbeiter das Reaktorgebäude betreten können. Sie sollen herausfinden, was notwendig ist, um den Reaktor wieder unter Kontrolle zu bringen. Auch die Reaktoren Nummer 1 und 2 sollen voraussichtlich mit Robotern untersucht werden. Die Geräte sind mit beweglichen Armen ausgestattet und wurden von den USA bereitgestellt.

Das ganze Ausmaß des Atomunfalls ist noch unklar. Tepco und die Behörden versuchen seit mehr als einem Monat, die Katastrophe einzudämmen. Große Mengen radioaktiv verseuchten Wassers gelangten seit Beginn des Unglücks in den Pazifik, wo stark erhöhte Strahlenwerte gemessen wurden.

Nach dem verheerenden Erdbeben der Stärke 9,0 und der folgenden Tsunamiwelle vom 11. März hatte sich in Fukushima nach dem Ausfall der Kühlpumpen die weltweit größte Atomkatastrophe seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 ereignet.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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