Panorama
Mittwoch, 14. Juni 2017

Krebskranker Maurice: US-Firma verweigert Berliner Jungen Hilfe

Maurice leidet an einem aggressiven Hirntumor. Ein Medikament könnte sein Leben retten - doch der Hersteller rückt Ivosidenib nicht heraus. Die Eltern sind verzweifelt und starten einen "letzten Kampf".

Seit Oktober 2016 ist für Familie Wegner aus Berlin nichts mehr, wie es war. Bei ihrem einzigen Kind Maurice wird ein seltener und besonders aggressiver Gehirntumor diagnostiziert. Seitdem kämpfen Katrin und Maik um das Leben ihres 13 Jahre jungen Sohnes.

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Maurice' rechte Körperhälfte ist gelähmt, er schielt und hat Probleme beim Sprechen. Der Tumor ist nicht operabel, da er sich vom normalen Gewebe nicht abgrenzt. Unbehandelt verläuft der Hirntumor tödlich. Einzig ein Medikament könnte das Leben des Jungen retten. Die Finanzierung und die Behandlung in der Berliner Charité ist nach Angaben der Wegners bereits geklärt. Doch die US-Firma Agios, die das Medikament Ivosidenib herstellt, will es nicht herausgeben, da es erst in einer späten Phase einer Studie ist und erst für Patienten ab 18 Jahre freigegeben wird.

Für die Wegners ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar. Sie würden auf sämtliche rechtliche Ansprüche gegenüber den behandelnden Ärzten und der Firma Agios verzichten. Die Wegners verstehen nicht, warum ihnen der letzte Hoffnungsschimmer verwehrt bleiben soll: "Die maximalste Nebenwirkung wird mit einer von 20 bekäme Durchfall angegeben", schreibt Vater Maik. "Unbehandelt stirbt unser Sohn. Wie krank ist diese Welt, ein 18-Jähriger überlebt mit dem Mittel, aber ein 13-Jähriger soll sterben, damit er 'geschützt' wird, vor was?" Auch ein Bittbrief des behandelnden Arztes an das US-Unternehmen brachte keinen Erfolg. Erst am Dienstag erhielten die Wegners einen Anruf von Agios mit einer erneuten Ablehnung.

Doch die Familie will den Kampf gegen den Krebs noch nicht aufgeben. Die riesige Anteilnahme der Menschen am Schicksal ihres Sohnes macht ihnen Mut. Private Spender und die Volker-Reitz-Stiftung haben bereits ausreichend Geld gesammelt, um Maurice zwei Jahre lang mit dem lebenswichtigen Medikament zu versorgen.

Mit einer Petition "Unser letzter Kampf" bitten die Wegners nun um Unterstützung, damit Agios seine Entscheidung überdenkt und das Medikament doch noch herausgibt und Maurice überleben kann.

Quelle: n-tv.de