Panorama

Mann tot, Junge verletzt Russischer Soldat schießt grundlos auf Vater und Sohn

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Der 14-jährige Jura überlebte den Angriff, sein Vater nicht.

(Foto: facebook.com/ndslohmatdyt)

Angriffe der russischen Soldaten auf ukrainische Zivilisten sind kein Einzelfall. Immer wieder werden unschuldige Menschen Opfer der grundlosen Attacken der Besatzer. In einer Kleinstadt bei Kiew eröffnet ein Soldat das Feuer auf einen Mann und seinen 14-jährigen Sohn. Warum? Offenbar einfach so.

In der Kleinstadt Butscha unweit von Kiew hat ein russischer Soldat einen Zivilisten offenbar grundlos vor den Augen seines Sohnes erschossen. Das berichtet das Kiewer Kinderkrankenhaus Ohmatdyt auf seinen Kanälen in den sozialen Medien. Der 14-jährige Junge wurde bei dem Angriff verletzt.

Der Vorfall ereignete sich bereits am 17. März. An dem Tag wollte der 47-jährige Ruslan Netschepurenko zusammen mit seinem Sohn in Zentrum der von russischen Truppen besetzten Stadt Medikamente und humanitäre Hilfe holen. "Wir waren mit den Fahrrädern unterwegs, als ein russischer Soldat hinter einem Haus hervorkam. Wir blieben stehen, hoben die Hände und sagten, wir hätten keine Waffen. Doch der Soldat schoss auf meinen Vater, er fiel hin", erzählt der 14-jährige Jura in einem Video auf der Instagram-Seite der größten Kinderklinik der Ukraine. Dann habe der Soldat auch auf den Jungen geschossen, zwei Kugeln trafen seinen Arm. "Ich fiel auf den Boden. Er zielte dann auf meinen Kopf, verfehlte aber. Die Kugel traf meine Kapuze." Das Leben des Kindes ist laut den Ärzten nicht in Gefahr.

Er sei auf dem Boden liegen geblieben und habe gewartet, bis der Soldat wegging, erzählt Jura weiter. Dann sei er zum nächsten Schutzraum gerannt, wo er Erste Hilfe erhielt.

Auf eigene Faust im Hinterhof begraben

Die Leiche des Vaters habe die Familie erst nach zwei Tagen holen können, heißt es im Bericht des Krankenhauses. Der weiße Verband auf seiner Hand, der ihn als Zivilisten auswies, sei weg gewesen. Außerdem seien sein Handy, seine Brieftasche und sogar die Hausschlüssel gestohlen worden. "Wir haben meinen Mann auf eigene Faust im Hinterhof unseres Hauses begraben", sagt die Frau des Opfers in einem der Instagram-Videos.

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"Meine drei Söhne haben ihren Vater verloren", fährt die Witwe fort. Zusammen mit ihren Kindern verließ die Frau schließlich die schwer umkämpfte Stadt nordwestlich von Kiew durch einen humanitären Korridor. "Wir liefen die Straße entlang, in der mein Mann erschossen wurde, und beteten jede Sekunde um unser Leben. Wir hörten Explosionen in der Nähe, wir wurden mehrmals von russischen Mördern aufgehalten. Wir waren jederzeit bereit, uns von unserem Leben zu verabschieden", berichtet Alla Netschepurenko.

Jetzt befindet sich die Familie in der Region Tscherkassy südlich von Kiew. Dort ist es noch relativ sicher. Vor wenigen Tagen war Jura mit seiner Mutter zur Untersuchung im Kinderkrankenhaus in der Hauptstadt. Bei dieser Gelegenheit wurden die Videos aufgenommen, in dem er seine schreckliche Geschichte erzählt.

Quelle: ntv.de, uzh

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