Panorama

Bundespolizei mit Schutzkonzept Männer wollen Ukrainerinnen ins Rotlicht locken

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Laut Polizei hat es bereits mehrere Gefährderansprachen gegeben.

(Foto: IMAGO/Pacific Press Agency)

Hannover ist ein Drehkreuz für ankommende Flüchtlinge aus der Ukraine. Doch Kriminelle aus dem Rotlichtmilieu wollen dort offenbar die Not der Menschen ausnutzen. Die Bundespolizei setzt verdeckte Ermittler ein, um Männer mit zwielichtigen Absichten aufzuspüren.

Mit verdeckten Ermittlern und hartem Durchgreifen will die Bundespolizei ukrainische Frauen am Bahnhof Hannover-Messe vor Männern aus dem Rotlichtmilieu schützen. Die Geflüchteten würden schon im Zug von Frankfurt/Oder mit Flyern über das Phänomen der unlauteren Anwerbeversuche hingewiesen, sagte Michael Schuol, Vize-Präsident der Bundespolizeidirektion Hannover.

Es gebe klare Hinweise, dass Personen aus dem organisierten kriminellen Milieu bewusst junge Frauen ansprechen, die im Rotlichtmilieu arbeiten sollten. Außerdem gebe es auch andere Männer, die Anschluss suchten, was strafrechtlich nicht relevant, aber nicht gewollt sei. Der Bahnhof Laatzen und das angrenzende Messegelände von Hannover sind zu einem Drehkreuz zur Verteilung der aus der Ukraine geflüchteten Menschen ausgebaut worden. Viele Frauen und Kinder bleiben nur wenige Stunden oder eine Nacht dort, bis es für sie in eine andere Stadt oder ein anderes Bundesland weitergeht.

Bislang sind an dem Bahnhof der Bundespolizei zufolge 16 Männer auffällig geworden. Es habe sogenannte Gefährderansprachen gegeben, sagte Schuol. Gegen zwei Männer sei in Absprache mit der Deutschen Bahn ein Betretungsverbot des Bahnhofs für vier Wochen ausgesprochen worden. Hinweise darauf, dass Frauen mit Kriminellen mitgegangen sind, gibt es Schuol zufolge bislang nicht. "Wir sind darauf angewiesen, dass wir Hinweise von Bürgern bekommen", betonte er. Teils seien die angesprochenen Frauen selbst auf die Beamten zugekommen und hätten von den Anwerbeversuchen berichtet.

Am Messebahnhof kamen laut Bundespolizei allein am Dienstag (29. März) drei Sonderzüge mit jeweils 400 Menschen an. Insgesamt registrierte die Bundespolizei deutschlandweit 270.000 Flüchtlinge, 12.500 "Reisebewegungen" wurden im Raum Hannover verzeichnet. Vor einer Woche hatte bereits die europäische Polizeibehörde Europol vor Verbrecherbanden gewarnt, die die Notlage von aus der Ukraine geflüchteten Frauen und Kindern ausnutzten.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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